Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft: Frankfurt a.M. vom 24. 04. bis 04. 07. 2021

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach am Main beging 2020 ihr 50. Jubiläum als Kunsthochschule des Landes Hessen. Aus diesem Anlass entwickelte die HfG zusammen mit dem Museum Angewandte Kunst Frankfurt die Ausstellung „Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft„.

Zwischen den Stühlen der vielen erinnerten Vergangenheiten und der zahlreichen denkbaren Zukünfte stehen wir im Jetzt. Beschäftigt mit den Herausforderungen des Alltags und dem Ankommen in der einen oder anderen »neuen« Normalität, scheint die Vorstellung von Zukunft als einem verheißungsvollen Horizont in Schieflage, zumindest in den Hintergrund geraten. Während die einen an Vergangenem festhalten, Zukunftsvisionen der Vergangenheit stilisieren oder der jüngeren Generation Utopie-Verdrossenheit vorwerfen, plädieren die anderen für mehr Verantwortung in der Gegenwart für die Zukunft.

Wie können Diskurse über Zukunft heute geführt werden, wenn nicht nur die Zukunft, einer jetzigen und kommenden Gesellschaft, sondern auch das Verhandeln von Zukunft ungewiss ist? Ein angeblich feststehendes prognostisches Wissen über künftige Realitäten der Gesellschaft oder des Planeten würde den Möglichkeitsraum jedenfalls eher verstellen als öffnen. Die Auseinandersetzung muss zwangsläufig in multiple Fragestellungen münden und eine Gravitation zu Unbestimmtheiten und zum Nichtwissen spürbar werden lassen.

Dieser Ansatz zeigt sich nicht zuletzt in Design und Kunst mit einer im Ergebnis nie ganz vorhersehbaren Interaktion zwischen Gestaltenden, Materialien und Kontexten, in denen neue Entwürfe entstehen und zur Diskussion gestellt werden. Nicht nur Neuerungen innerhalb dieser Disziplinen selbst, sondern auch soziale Umbrüche und Prozesse des Um- und Andersdenkens auf ganz unterschiedlichen Wissensgebieten wären ohne den Mut, die Spannungen und Mehrdeutigkeiten undenkbar. An diesem Punkt setzt die Ausstellung “Aus heutiger Sicht. Diskurse über Zukunft” an, um verschiedene Sichtweisen auf Gegenwart und Zukunft in einen mehrstimmigen Austausch zu bringen.

Der Glaube an gemeinsamen Fortschritt, etwa in Bezug auf Technologien oder das soziale Miteinander, wird Tag für Tag auf die Probe gestellt. Wenn politische und ökologische Ereignisse sich überschlagen und die Zahl der Haupt- und Nebenschauplätze stetig anzuwachsen scheint, verlagert sich der einzelne Standpunkt auf zunehmend unsicheres Terrain. Sich selbst und andere nach Zukünftigem zu fragen, bleibt umso mehr relevant und zeigt sich nicht als Gegenstand, sondern als Prozess von Interaktion und Kommunikation.

Die Ausstellung taucht ein in gegenwärtige Herausforderungen, die sich durch aktuelle technologische und sozioökonomische Entwicklungen stellen, und blickt nach vorne: auf eine ungewisse Zukunft, die von künstlerisch-gestalterischen Ansätzen und gemeinsamem Engagement geprägt werden kann. In unterschiedlichen Medien wird der Zwischenraum zwischen dem Heute und dem Morgen belebt: mit dem Sich-Abarbeiten an unrealisierbaren Visionen, deren vordergründiges Scheitern dennoch produktive neue Welten hervorbringen kann; mit dem gedanklichen Sprengen gewohnter Strukturen, um neue Zugänge zu Institutionen und Diskursen zu bahnen; mit dem Experiment, Nachhaltigkeit alltagstauglich zu machen; mit dem Erforschen eines Zeitgeistes.

Gestaltet von Studierenden und Lehrenden der Hochschule besteht die Ausstellung aus drei sich ergänzenden Modulen: dem musealen Raum mit Exponaten, einer digitalen Plattform (https://www.aussicht.space/#/) sowie einem Veranstaltungsprogramm. In diesen unterschiedlichen Modulen werden Installationen, Skulpturen und Objekte, Animationen und Filme, Performances, Grafikdesign, Produktdesign, Malerei und Zeichnung, Sound und Text präsentiert. (Pressetext)

Museum Angewandte Kunst

Schaumainkai 17 

60594 Frankfurt am Main

Öffnungszeiten: bitte informieren sie sich vor Ihrem Besuch tagesaktuell