Florian Lechner – Materialisiertes Licht: München vom 15.10. bis 14.11.2020

Mit Florian Lechner stellt die Galerie Handwerk einen der großen Glasgestalter Deutschlands vor. Seine Arbeiten finden sich auch in zahlreichen öffentlichen Gebäuden, wie in der Bayerischen Landesbank oder im Terminal 1 des Münchener Flughafens.

Im Jahr 2019 wurde Florian Lechner in Como, Italien, der „A Design Award“ verliehen. Einflussreich und kreativ auf dem Gebiet der Glasgestaltung ist Lechner noch immer.

In München in eine Musikerfamilie hinein geboren, studierte Florian Lechner Kunsterziehung und Malerei an der Werkakademie Kassel bei Fritz Winter und vertiefte dieses Studium parallel dazu bei Josef Lacasse in Paris und Tournai. Eine Studentenwallfahrt zur Kathedrale in Chartres wurde zu einem Schlüsselerlebnis.

Fasziniert von der Kathedrale, ihrer harmonischen Architektur und ihrer Ausstrahlung, doch besonders von den berühmten Westfenstern, entdeckte er hier sein zukünftiges Arbeitsmaterial Glas, das für ihn weit mehr als nur Material ist. Es ließ die Materialisierung des Lichtes zu seiner Lebensaufgabe werden.

Die Ausstrahlung der leuchtenden Glasfenster der gotischen Kathedrale und ihre Veränderung mit den Tageszeiten weckten in ihm den Wunsch, eine schlichtere, moderne Version dieser lichtdurchfluteten Räume zu schaffen. Zusammen mit Floris van Tetterode entwickelte er die Technik der Hitzeverformung von Glas, die Florian Lechner „Schmelzglas“ nennt und die heute allgemein unter der Bezeichnung Fusing firmiert.

Er perfektionierte das Verfahren über die Jahrzehnte und entwickelte eigene, unterschiedlich große Brennöfen für diesen Vorgang. Im Gegensatz zu vielen Glaskünstlern liegt bei Florian Lechners Arbeiten alles, vom Entwurf über die Formgebung, das Zuschneiden, den Brand, das Überwachen des Kühlprozesses bis zur Nachbearbeitung und Montage, in seinen Händen und wird von ihm selbst ausgeführt.

Bildschirmfoto 2020-10-06 um 23.25.24Die Technik des Glasschmelzens ermöglichte Florian Lechner eine zeitgenössische Interpretation von diaphanen Wänden, die er seit Mitte der 1960er Jahre in einer Vielzahl von Werken in ganz Europa anwandte. Die architektur-gebundenen Arbeiten, die seither entstanden, sind häufig Sakralräume, Kunst am Bau oder repräsentative Räume großer Firmen.

Dabei setzt sich Florian Lechner stets intensiv mit dem Ort, dem Raum oder dem Platz auseinander, versucht ihn inhaltlich und ästhetisch zu erfassen und mit seiner Arbeit zu ergänzen und zu vollenden.

Neben den architekturgebundenen Werken entstehen in seinem Atelier Glasskulpturen, große Schalen- und Klangobjekte. Rein technisch bewegt er sich dabei oft an der Grenze des Machbaren, manchmal auch darüber. Neuen Technologien steht er offen gegenüber.

Galerie der Handwerkskammer
für München und Oberbayern
Max-Joseph-Straße 4
80333 München

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 bis 18 Uhr,
Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr
an Sonn- und Feiertagen geschlossen