100 Jahre ARSALL: Weißwasser bis 04.11.2018

Sonderausstellung: 100 Jahre Arsall Glasmuseum Weißwasser

Im Glasmusseum Weißwasser werden 171 „ARSALL“-Exponate präsentiert – von 1918 bis 1929 (Leihgaben) und Neue Kunstwerke in „ARSALL“-Manier von Gotthard Petrick und Michael Penn.

Das Wort „ARSALL“ ist ein geschütztes Warenzeichen. Es setzt sich aus. den Wörtern „ARS“ (lateinisch) – Kunst und „Allemande“ (französisch) – Deutsch/Deutschland zusammen.

1918 beantragen die Lausitzer Glaswerke die Signatur „Arsall“ als geschütztes Warenzeichen. Es wird am 10. Mai 1918 eingetragen und am 15. März 1928 erneuert. Wegen des Ablaufs der Schutzfrist wird es am 9. August 1938 gelöscht.

Die Signatur „ARSALL“ wurde vermutlich nur für farbige Überfanggläser mit geätztem Dekor benutzt, da andere Erzeugnisse mit diesen Warenzeichen nicht bekannt sind. „ARSALL“-Gläser zählen zum Jugendstil, der zu dieser Zeit in Deutschland stark nachgefragt war. Bei fast allen dieser Gläsern ist am Boden ist die ModelI-Nr. eingraviert oder mit Kopierstift geschrieben.

Die aus Elsaß-Lothringen und Polen zugewanderten Glasmacher Johann Baptist Vette, Eugen Vette und Anton Woczikowski fertigten am Hafenofen der Vereinigten Lausitzer Glaswerke AG Weißwasser den für „ARSALL“-Gläser typischen zweifachen Überfang (Überlagerung von mindestens zwei verschieden farbigen Glasschichten bzw. farbloses Grundglas und zwei oder drei farbige Glasschichten darüber). Die Außenschicht (Außenüberfang) der Gläser bestand bevorzugt aus den Farbvarianten Violett, Rotbraun und Grün. Dabei wurden verschiedene Farbnuancen für die Überfänge verwendet, wodurch unterschiedliche Effekte entstanden.

Es wurden auch Glaskörper mit dreifachen Glasschichten hergestellt, d. h. ein farbloses Grundglas und dreifarbiger Überfang. Hierbei dominierten die Farben Rosa, Gelb und Grün.

Die Herstellung erforderte hochqualifizierte Glassschmelzer, Glasmacher und technisches Personal. Eigens für die Herstellung der „ARSALL“-Gläser wurde eine Dekorationsabteilung im o. g. Betrieb gegründet. An der Fertigung der Glaskörper waren Paul Bittner, Ernst Büttner, Frank Strobl und Max Schuster beteiligt. Die Dekorentwicklung wurde von Nicolas Rigot geleitet. Mitarbeiter waren u. a. Richard Thiele und Karl Krause. Die Ätzung der Dekore wurde hauptsachlich unter Leitung von Paul Muche ausgeführt.

Die durch den Gestalter entworfenen Motive wurden in der Dekorationsabteilung mit einem Pinsel manuell auf die Glaskörper aufgetragen. Dazu wurde ein säurefester Lack verwendet. Die bemalten Gläser wurden in eine Säurekombination (Ätzbad) von Fluss- und Schwefelsäure ca. 1 bis 2 Stunden getaucht. Dadurch wurden die nicht bemalten Flächen teilweise abgeätzt. Anschließend entfernte man den Lack im heißen Wasserbad und die gewollten Motive traten hervor.

Dieser Vorgang wurde je nach dem gewünschten Motiv und Farbnuancen wiederholt. Die Lausitzer Gläser sind in der Mehrzahl mit der reliefartigen, aus dem Überfang herausgeätzten Signatur „ARSALL“ in der unteren Wandungszone versehen. Die Produktion wurde 1918 aufgenommen und 1929 aus Effektivitätsgründen eingestellt (Weltwirtschaftskrise).(Pressetext)

Glasmuseum Weißwasser
Förderverein Glasmuseum Weißwasser e.V.
Forster Straße 12
02943 Weißwasser

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8 bis 15 Uhr, Mittwoch von 8 bis 17, Samstag von 13 bis 17 Uhr, Sonntag und Freitag 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung

Es ist ein Katalog zur Sonderausstellung „100 Jahre ARSALL“ im Glasmuseum erhältlich.