Johannes Nagel & Attai Chen: Stuttgart am 15. bis 17.06.2018

Der Verlag arnoldsche ART PUBLISHERS setzt seine Ausstellungsreihe arnoldsche weekend art gallery #6 zu herausragenden Positionen aus Kunst, Kunsthandwerk und Design fort – mit Schmuckarbeiten von Attai Chen und Keramiken von Johannes Nagel.

Attai Chen gewann nach seinem Studium an der Bezalel Academy Jerusalem und der Akademie der Bildenden Künste München 2011 den renommierten Herbert Hofmann-Preis. Sein Schmuck ist einerseits ein politisches Statement, andererseits geht er mit unterschiedlichsten Materialien den Geheimnissen der Natur auf den Grund. Arbeiten von Chen befinden sich u.a. im Metropolitan Museum New York und im Tel Aviv Museum of Art.

Zufall und Geste spielen eine zentrale Rolle im Werk von Johannes Nagel. Seine teils an tradierten Gefäßkonzepten orientierten, teils vollkommen frei verfassten Objekte untersuchen den Zusammenhang zwischen Form und Idee. Mit der Entwicklung von Gefäßformen durch Graben im Sand verleiht er dem Prozess des Suchens eine materielle Existenz. Nagels Werke befinden sich u.a. im Victoria & Albert Museum London und im Musée Ariana Genf. (Pressetext)

Ein schmaler aber inhaltsreicher neuer Katalog zu den aktuellen Werken von Johannes Nagel wird anlässich der Ausstellung vorgestellt. Ein üppiger Abbildungsteil begleitet zwei kluge Aufsätze.

Der Galerist und Sammler Jörg Johnen verteidigt in seinem Essay „Atektonische Konstrukte“ Johannes Nagels Status als Künstler: „Johannes Nagel hat das Glück, in einer Zeit zu arbeiten, in welcher Dekonstruktion in Gesellschaft und Kunst nahezu selbstverständlich geworden ist (nur in die angewandten Künste sind Theorie und Kritik noch kaum engedrungen).“ Dass dies so ist liegt auch an Menschen wie dem Autor selbst, die sich immer noch von der altertümlich anmutenden Dünkelfrage nach der Abgrenzung zwischen Kunst und Kunsthandwerk reizen lassen und nicht erkennen, dass die Grenzen längst platt getreten sind und jeder, also der Freie im Garten des Angewandten und der Angewandte im Garten des Freien – Künstlers – sät und erntet. So wirken seine Seitenhiebe eher wie Schattenboxen das mit der Feststellung schliesst: „Nagels Objekte fügen sich in das häusliche Ambiente durch ihr intimes Format und die Zartheit des Materials ein und widersprechen ihm zugleich, indem sie das freie, Prozessuale, Extravagante, Rohe, Unangepasste in dieses hinein tragen.“ Here Worte zu finden ist auch eine Kunst, damit es eben nicht zum Interieur passt.

Der Design- und Kulturwissenschaftler Marcel René Marburger befasst sich sehr lesenswert und inspirierend mit den „Gesten des Johannes Nagel: Im unsichtbaren Raum“. Hier geht es um die Methode der zufälligen Bildfindung, den Zufall als Teil der künstlerischen Methodik. Mit gut gewählten Rückgriffen in die Kunstgeschichte und Philosophie beschreibt er das künstlerische Vorgehen Nagels glaubwürdig und nachvollziehbar als eine Suche nach dem Unbekannten in der  – in seiner Kunst.

© Schnuppe von Gwinner

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Jörg Johnen / Marcel René Marburger: JOHANNES NAGEL- Trial and Error

Ausstellungsadresse:

arnoldsche ART PUBLISHERS
Olgastraße 137
70180 Stuttgart

Öffnungszeiten: Freitag, den 15. Juni 2018 um 19.00 Uhr , Samstag und Sonntag,
16. und 17. Juni 2018, 10–17 Uhr

Die Künstler sind anwesend!