Keramik-Zentrum Höhr-Grenzhausen: München vom 12.01. bis 17.02.2018

Die Galerie Handwerk eröffnet auch im Jahr 2018 ihre Ausstellungssaison mit einer Keramikpräsentation. Diesmal wurde ein Ort ausgewählt, der unter den Keramiklandschaften eine ganz besondere Rolle spielt. Höhr-Grenzhausen, im Westerwald gelegen, hat die Geschichte der Keramik in Deutschland ganz wesentlich geprägt. Das salzglasierte und blau bemalte Westerwälder Steinzeug hat ab dem 17. Jahrhundert als unverwüstliches Gebrauchsgerät und anspruchsvolle Repräsentationskeramik die Welt erobert.

Noch heute ist der Westerwald eines der größten Tonabbaugebiete Deutschlands. Der Reichtum an diesem Rohstoff führte zu einer florierenden handwerklichen und später manufakturellen Keramikproduktion, die jedoch ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in ihrer ursprünglichen Form, bis auf wenige Ausnahmen, nicht mehr existieren konnte.

Dennoch steht der Name Höhr-Grenzhausen aus gutem Grund als Synonym für die Keramik. Der Grundsatz “Beständigkeit braucht die Veränderung“, ist in diesem Fall das Geheimnis einer Weiterentwicklung der Keramik wie sie in Höhr-Grenzhausen sichtbar ist.

Die Erneuerung und das Fortbestehen der Keramik in Höhr-Grenzhausen am Beispiel von 20 von uns ausgewählten Keramikerinnen und Keramikern ist der Inhalt der Ausstellung in der Galerie Handwerk. Fast alle haben eine enge Verbindung zu den Ausbildungsstätten dieses Ortes. Sie zeigen die Vielfalt und den gestalterischen Reichtum der Keramik wie sie dort lebt. Sie reicht vom Gebrauchsgeschirr, elegentem Porzellan über skulpturale Arbeiten bis hin zu Keramikobjekten.

Die „Staatliche Fachschule Keramik“, die bereits 1879 gegründet wurde und das „Institut für künstlerische Keramik und Glas“, das 1987 ins Leben gerufen wurde, verleihen dem Aspekt der Ausbildung in der Keramik in Höhr-Grenzhausen eine ganz besondere Bedeutung. So wundert es nicht, dass aus allen Teilen Deutschlands und des Auslandes Schüler und Studenten, die sich der Keramik verschrieben haben, an diesen Ort kommen. Manche von ihnen blieben und konnten die leerstehenden Werkstatträume ehemaliger Keramikbetriebe für sich nutzen und in zum Teil kollektiver Arbeit etwas Neues aufbauen.

Dass unter den Werkstätten, die heute in Höhr-Grenzhausen anzutreffen sind, eine Auswahl zu treffen war, ist der Konzeption dieser Ausstellung geschuldet. Sie strebt also keine vollständige Dokumentation an, sondern zeigt beispielhafte Positionen auf. Unterstützt wird die Ausstellung dankenswerter Weise auch durch Leihgaben des Keramikmuseums Westerwald aus Höhr-Grenzhausen. (Pressetext)

Galerie Handwerk
Max-Joseph-Straße 4
80333 München

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 bis 18 Uhr
Donnerstag 10 bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr, an Sonn- und
Feiertagen sowie am 13. Februar 2018 geschlossen