Le prix Liliane Bettencourt: pour l’intelligence de la main

Die Intelligenz der Hand: seit dem Jahr 1999 belohnt der Preis Liliane Bettencourt savoir-faire, knowhow (gewußt wie? uns fehlt schon das deutsche Wort dafür!), Kreativität und Innovation im Bereich der angewandten Künste. Er ist zu einem Exzellenzsiegel für die französische angewandte Kunst geworden und trägt zu ihrer Strahlkraft bei. Seit seiner Einführung hat dieser Preis, der allen professionellen Kunsthandwerkern zur Bewerbung offen steht, das Talent von fast 85 Persönlichkeiten aus sehr verschiedenen Disziplinen gewürdigt.

Talents d’exception belohnt einen Kunsthandwerker für die Realisiserung eines Werkes in handwerklich technischer  Perfektion  und dem savoir-faire eines Gewerks. Sein innovativer Charakter sollte die Entwicklung seiner Disziplin voran bringen.

Dotation : 50 000 Euro

Begleitend: bis zu 100 000 Euro um ein Projekt zu realisieren

Dialogues, wurde  2010 eingeführt um das Zusammenwirken von kunsthandwerklichem Knowhow und der Imagination eines weiteren Schaffenden (Designer, Architekt, Künstler etc.) zu ermutigen.  Ein Werk, das Ausnahmekönnen und den Reichtum der Zusammenarbeit  beweist, wird geehrt.

Dotation : 50 000 Euro, die sich die Ausgezichneten teilen.

Begleitend : bis zu 100 000 Euro für jeden von ihnen, um ein Projekt zu realisieren

Parcours, kam als dritter Preis im Jahr 2014 dazu und beleuchtet das Engagement einer beispielhaften Person für ihren Einsatz, ihre Arbeiten und ihre Beiträge im Bereich der französischen angewandten Künste. Dies kann eine physische oder morlaische Persönlichkeit sein, deren Beispiel und  Fähigkeit andere mitzunehmen ebenso  gewürdigt weden soll wie ihre Ambitionen und Zukunfstprojekte .

Dotation : 50 000 Euro.

Begleitend: bis zu 100 000 Euro um ein Projekt zu realisieren

Was für eine Begeisterung für die angewandte Kunst, für handwerkliche und gestalterische Meisterschaft setzt diese großzügige Ausschreibung voraus?! Welche Weitsicht auch, die Dringlichkeit zu erkennen, einen Ansporn zu geben wichtige kulturelle Traditionen zu bewahren, auch wenn sie mal nicht so in Mode sind.  Dennoch ihre Bedeutung für unsere Kultur zu  erfassen, die auch in Zukunft gestaltendes Handwerk als Inspirationsquelle  und Innovationsimpuls brauchen wird. Großartig! Wie auch die gesamte  Förderdstruktur für angewandten Kunst in Frankreich schon deshalb so beeindruckend ist, weil die Kunsthandwerker als Professionelle ernst genommen werden und ihren festen Platz in der Berufswelt haben. Die Haute Couture, die schier unüberschaubare Vielzahl historischer Gebäude und Artefakte, das „savoir-vivre“ (auch dafür haben wir kein entsprechendes deutsches Wort) – sie alle brauchen traditionelles Handwerk genauso wie innovative Impulse – sie werden bewahrt und gefördert als kultureller Schatz! © Schnuppe von Gwinner

In diesem Zusammenhang kann die Absicht, das Textilmuseum in Lyon zu schliessen nur eine adminditrative Verirrung sein – niemals aber das Echo der allgemeinen Haltung der Franzosen zu ihren kreativen Handwerkstraditionen.

Weitere Informationen über den Wettbewerb, Filme von der preisverleihung, über die Preisträger und ihre Projekte: http://www.fondationbs.org/fr/culture/metiers-dart/prix-liliane-bettencourt-pour-lintelligence-de-la-main

Die Fondation Bettencourt Schueller hat übrigens den schönen Slogan: donner des ailes au talent – dem Talent Flügel verleihen!

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