Der Textile Raum: Museum Bellerive Zürich, 23.10. 2015 – 21.02.2016

Elsi Giauque Elément spatial; Wolle, Seide, Leinen, Kunstfaser, 1968-1979; Stadt Biel; Foto: Leonardo Bezzola, Bätterkinden © Pia Andry, Ligerz

Hier kommt eine dieser seltenen Ausstellungen, die sich explizit mit den architektonischen Optionen des Textilen auseinander setzt. In früherer Zeit spielten Boden- und Wandteppiche, Vorhänge und textile Raumelemente in privaten, herrschaftlichen und öffentlichen Räumen eine viel größere Rolle als heute. Sie vereinen praktische Qualitäten mit dekorativen Gestaltungsmöglichkeiten. Sie bieten Schutz vor Zugluft, Wärmedämmung und optimieren die Raum-Akkustik. In jüngster Zeit besinnt man sich wieder  zunehmend auf diese textilen Vorteile und eröffnet Textilkünstlern und Designern damit ein weites Aktionsfeld.

Dekorative Teppiche von Claudia Caviezel oder technische Akustikstoffe von Annette Douglas – textile Elemente in Räumen sind heute allgegenwärtig. Als Sophie Taeuber-Arp vor rund hundert Jahren die vormals floralen Stickereien ihrer Schülerinnen auf geometrische Wege lenkte, legte sie damit auch die Basis für einen innovativen Umgang mit textilen Techniken. Bei Elsi Giauque finden sich aus Fäden gewirkte transparente Säulen, die den architektonischen Bauelementen trotzen. Zudem gleiste die Grande Dame des Schweizer Textils ab den 1930er Jahren zahlreiche Auftragsarbeiten auf: Sie selbst realisierte Vorhänge und Teppiche für die Expo 1939 wie auch 1964. Schülerinnen wie Moik Schiele und Verena Voiret realisierten bestimmende Raumelemente für Restaurants und Kirchen. Nebeneinander erkunden Textilkunst und zeitgenössisches Textildesign die Räume des Museum Bellerive.(Pressetext)

Museum Bellerive, Höschgasse 3, CH-8008 Zürich

Öffnungszeiten Di bis So, 11 – 17 Uhr

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