Nachfolge gesucht: Goldschmiedehaus Hanau Bewerbung bis 15.02.2023

Goldschmiedehaus Hanau | Foto: Fr. Jung

Eine Zeitenwende steht bevor!

Die gemeinnützige, international agierende Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. ist das Netzwerk jener, die sich der Gestaltung und Vermittlung von Schmuck und Gerät verschrieben haben. Die Ausrichtung internationaler Wettbewerbe liegt ebenso in ihrer Verantwortung wie die Leitung des Deutschen Goldschmiedehauses Hanau, eines der wichtigsten Ausstellungszentren für Gerät und Schmuck der Rhein-Main-Region.
Seit 1989 führt Christianne Weber-Stöber als Geschäftsführerin die Geschicke der Gesellschaft, ab 2006 zusätzlich als Leiterin des Goldschmiedehauses. Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen eine Nachfolge für sie zu finden, die am 1.Oktober 2023 ihre Ämter übernimmt.

Die Ausschreibung finden Sie hier zum Download: Ausschreibung_Nachfolge C.Weber-Stöber

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Dr. Christianne Weber-Stöber

Aus diesem Anlass sprach ich mit Christianne Weber-Stöber über ihre Zeit und ihr Berufsleben als Geschäftsführerin. Sie selbst hatte im Zuge ihrer Dissertation über Schmuck der 20er und 30er Jahre in Deutschland Kontakt zur Gesellschaft für Goldschmiedekunst bekommen. Ohne zu zögern folgte sie als junge Kunsthistorikerin dem Angebot als Geschäftsführerin der Gesellschaft tätig zu werden. Angesiedelt war diese damals schon im Goldschmiedehaus Hanau das, damals wie heute unter der Trägerschaft der Stadt Hanau, noch einen eigenständigen Museumsleiter hatte.

Erst seit dem Jahr 2006 hat Christianne Weber-Stöber beide Hüte auf, mit Projekt- und Budgetverantwortung für beide Institutionen und „in 34 Jahren niemals rote Zahlen!“ Drei mal jährlich legt sie dem künstlerischen Beirat, bestehend aus drei Vertretern der Stadt und drei Vertretern der Gesellschaft, einen Tätigkeitsbericht und ihre Pläne vor. Gemeinsam entscheiden sie über die Anträge für Ausstellungen und solange Erfolg und Zahlen stimmen hat sie alle Freiheiten.

Mit ihrem kleinen Team aus einem Haustechniker, zwei Verwaltungsangestellten und einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin realisiert sie ein ambitioniertes Programm temporärer, größerer und kleinerer Ausstellungen, Wettbewerbe, Vorträge und Führungen. Unterstützt von GoldschmiedInnen aus der Region gibt es anspruchsvolle museumspädagogische Angebote, mit 80 Veranstaltungen in diesem Jahr. Selbst eine Präsentation der aktuellen Silbertriennale auf der Inhorgenta München wird es 2023 geben.

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Hanau Deutsches Goldschmiedehaus nach Umbau

Die Kollektionen des Goldschmiedehauses werden seit 1945, besonders ab den sechziger Jahren, kontinuierlich aufgebaut, durch Ankäufe und Schenkungen sowie Künstlernachlässe, die in den Besitz der städtischen Sammlungen kommen. Die Gesellschaft hat kein Ankaufsbudget und eine entsprechend kleinere Sammlung, die sich aus den Gaben von Mitgliedern und Künstlern speist. Mit berechtigtem Stolz berichtet Christianne Weber-Stöber, dass bereits alles im cloud-basierten Sammlungsmanagement MuseumPlus inventarisiert sei.

Hanau Deutsches Goldschmiedehaus nach Umbau
Hanau Deutsches Goldschmiedehaus nach Umbau

Als die großen Höhepunkte ihres Berufslebens nennt Christianne Weber-Stöber generell die Ausstellungen, und unter diesen besonders die gerade zu Ende gegangene Schau zum Werk Friedrich Beckers. Auch die internationalen Wettbewerbe, wie die Silbertriennale oder der Friedrich Becker Preis sind absolute Highlights – auch wenn die damit verbundene Zollabwicklung mit 21 Ländern eine wahre Herausforderung darstellt. Die Zusammentreffen mit den Künstlern, mit Sponsoren und Förderern, die Zusammenarbeit mit externen Partnern und Schulen und die große Gestaltungsfreiheit, die ihr als Kuratorin und Organisatorin zufällt, erfüllt sie mit großer Freude und schliesst die eindeutige Antwort auf die Frage nach dem einen Highlight ihrer Zeit am Goldschmiedehaus Hanau aus.

Ihre Nachfolge kann sich auf ein gut bestelltes Haus freuen, auf eine eingespielte und bewährte, einander unterstützende Partnerschaft von Gesellschaft und Stadt. Vielfältige Themen und Projekte bieten Gelegenheit kreative Freiräume wie auch gewachsene Strukturen engagiert als Basis für Neues – für die Zeitenwende – zu nutzen.

Text: Schnuppe von Gwinner

Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V.
Deutsches Goldschmiedehaus Hanau
Altstädter Markt 6
D 63450 Hanau