Die Erfurter Stadtgoldschmiedin 2022: Sarah Ordóñez aus Mexiko!

Sarah Ordóñez, Kollektion "Vivas", 2018 Broschen, Papier, Acryl, Kufer, Silber und Stahldraht Foto: https://www.ordonezsarah.com/bf2/

Im kommenden Jahr vergibt Erfurt zum 11. Mal das Amt des Stadtgoldschmiedes. 2022 wird die mexikanische Schmuckkünstlerin Sarah Ordóñez für drei Monate in Erfurt leben und arbeiten.

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Sarah Ordóñez Foto: Presse Erfurter Stadtgoldschmiedin 2022

Vergangene Woche entschied sich die Jury, bestehend aus dem Beigeordneten für Kultur und Stadtentwicklung, Dr. Tobias J. Knoblich, der amtierenden Kulturdirektorin Imke Beyers, vier Fachjurorinnen und -juroren sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Stadtratsfraktionen, für Sarah Ordóñez. 14 Schmuckkünstlerinnen und Schmuckkünstler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Norwegen, Spanien, Taiwan, Japan und Mexiko hatten sich um das mit 4.000 Euro dotierte Amt beworben.

Dabei reichte das Spektrum der qualitativ hochwertigen Einreichungen von traditionellen Ansätzen bis zu experimentellen Auffassungen, die den Schmuckbegriff in seinen Grenzen ausloten. Alle Bewerberinnen und Bewerber besitzen in internationalen Fachkreisen große Anerkennung und hervorragende Referenzen.

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Sarah Ordóñez „Raccooning“ Halsschmuck aus Fundstücken und Silber Foto: Presse Erfurter Stadtgoldschmiedin 2022

Sarah Ordóñez ist eine junge Schmuckkünstlerin, die ihre Ausbildung an der renommierten Alchimia in Florenz absolvierte. Ihre Arbeit aus der Kollektion „Vivas“ konnte sie schon 2019 zur TALENTE auf der IHM in München vorstellen. Spannend an Frau Ordóñez’s Arbeiten ist, dass man neben dem handwerklichen Können darin auch ihre Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten und sozialkritischen Fragenstellungen sehen kann. Machismus, Ausgrenzung und Zugehörigkeit sind beispielsweise Themen, die sie in ihrem Schmuck verhandelt. Wir freuen uns sehr, dass diese international arbeitenden Künstlerin Erfurt im kommenden Frühjahr mit ihren Impulsen bereichert und sind gespannt auf die Arbeiten, die entstehen werden.“ sagt Kulturdezernent Dr. Tobias J. Knoblich.

Vom 2. Mai bis zum 31. Juli 2022 wird  die Stadtgoldschmiedin in den städtischen Künstlerwerkstätten arbeiten und in einer Gästewohnung leben. Der Austausch mit Erfurt, seiner Stadtgesellschaft und anderen Kreativen soll in ihren Arbeitsprozess einfließen. Die Öffentlichkeit wird regelmäßig über ihre Arbeit informiert um daran teilzuhaben. Zum Abschluß des Aufenthaltes werden die entstandenen Stücke in einer Ausstellung im Angermuseum präsentiert.

Hintergrund:

Aufbauend auf die Traditionen des Goldschmiedehandwerkes und der künstlerischen Schmuckgestaltung in Erfurt soll der internationale Ruf der Stadt als ein wichtiger Ort des künstlerischen Schmuckschaffens hervorgehoben und der Stadt und der Region in diesem Bereich neue Impulse gegeben werden. Aus diesem Grund schreibt die Stadt Erfurt seit 1994 alle drei Jahre das symbolische Amt des Stadtgoldschmiedes aus, das neben der Landeshauptstadt nur noch in Hanau (seit 2004) und Schwäbisch Gmünd (seit 1989) vergeben wird. (ergänzter Pressetext)

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