Claudia Skoda. Dressed to Thrill: Berlin vom 13.04.2020 bis 18.07.2021

Martin Kippenberger, Ohne Titel (Claudia Skoda mit ihrer Strickmaschine im U-Bahnhof Kottbusser Tor, Berlin), Silbergelatine-Vintageprint, ca. 1976-77, © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne

Claudia Skoda ist mit ihrer Mode eine Schlüsselfigur und Ikone der West-Berliner Undergroundszene der 1970er- und 80er-Jahre. Mit ihren außergewöhnlichen Designs revolutionierte sie das Verständnis von Strickmode; ihre spektakulären Modenschauen sorgten international für Aufsehen. Mit dieser ersten Einzelschau würdigt die Kunstbibliothek das Schaffen Claudia Skodas – in ihrer Heimatstadt Berlin. Die multimediale Sonderausstellung präsentiert rund 200 z.T. noch nie gezeigte Arbeiten von Claudia Skoda und Wegbegleiter*innen wie Martin Kippenberger, Luciano Castelli, Ulrike Ottinger, Tabea Blumenschein, Kraftwerk, Jim Rakete und vielen mehr.

Claudia Skoda (*1943 in Berlin) ist für die Zeitschrift Elle neben Coco Chanel, Vivienne Westwood und Madonna eine der Frauen, die den Look des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Bereits in den 1980er-Jahren galt ihr Design international als „Knitted Genius“ und sie selbst als „Queen of Texture“. Bis heute arbeitet Claudia Skoda mit Kreativen verschiedenster Disziplinen zusammen – und bleibt zugleich die Königin ihres eigenen Metiers: Das Stricken, bevorzugt auf der Maschine. In ihrer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft fabrikneu in einer Fabriketage in der Zossener Straße in Kreuzberg traf sich ab Mitte der 1970er-Jahre die West-Berliner Bohème: Musiker*innen, Filmemacher*innen, Künstler*innen, Modemacher*innen.

Die Sonderausstellung im Kulturforum nähert sich dem Werk und Leben von Claudia Skoda in sieben thematischen Kapiteln

Claudia Skoda posiert auf dem Dach der fabrikneu in ihrer Kollektion „Shake Your Hips“, unbekannter Fotograf, ohne Titel, Polaroid, ca. 1975, © Claudia Skoda

Die Ausstellung dokumentiert auf 400qm mit Mode, Fotografien, Plakaten, Filmen und Musik multimedial das Schaffen der Modemacherin Claudia Skoda in all seiner Vielseitigkeit. Zugleich wird ein Eindruck von der experimentierfreudigen Energie und dem Zeitgeist der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre in West-Berlin vermittelt. Ein Großteil der Exponate stammt aus Claudia Skodas eigenem Archiv sowie aus Privatarchiven von Zeitzeug*innen und Freund*innen. Viele der gezeigten Werke sind nie oder für lange Zeit nicht öffentlich zu sehen gewesen.

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin, die mit der Sammlung Modebild – Lipperheidesche Kostümbibliothek eines der weltweit bedeutendsten Bild- und Textarchive zur Geschichte der Mode besitzt, wendet sich mit der Ausstellung verstärkt der wissenschaftlichen Erforschung der Modenetzwerke Berlins Ende des 20. Jahrhunderts zu. Mit der Ausstellung geht ein Großteil des privaten Archivs von Claudia Skoda in den Bestand der Sammlung über und steht somit zukünftigen Generationen von Forscher*innen zur Verfügung. (Pressetext)

Kulturforum, Sonderausstellungshalle
Matthäikirchplatz 6, 10785 Berlin

Öffnungszeiten: Bitte aktuell auf der Homepage informieren! Oder vorab/alternativ anschauen:

Online-Ausstellung