Zwischenräume.Edition 2018: München vom 12.12.2019 bis 15.02.2020

Der Verein für Christliche Kunst in München ist mit dieser Ausstellung der Arbeiten von Elke Härtel, Florian Heim & Markus O. Kuntscher, Hubertus Reichert, Juliane Schölß, Maja Vogl, Michael Wesely, Jerry Zeniuk zu Gast bei Maurer Zilioli Contemporary Arts in München.

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Fotografie Michael Wesely: IGREJA MATRIZ NOSSA SENHORA DO PILAR, OURO PRETO (7.04 – 7.48 Uhr, 26.07.2012) Druck 2017 C-Print auf Kodak-Papier, Collagiert auf Finnpappe 850G 35,2 x 30,8 x 0,15 cm

Kirche und Kunst bilden zweifellos ein schwieriges Thema, geprägt von Widersprüchlichkeit, Konflikt und Provokation, opulentem Prunk bis zur kritischen Auseinandersetzung und Negation der gegenseitigen Existenz. Kunst ist an die Geschichte der Kirche gekoppelt, über Jahrhunderte. Heute jedoch stellt sich Kunst als freiwillige Option. Umso wichtiger, dass diese überhaupt noch Geltung besitzt, allem voran die ehrgeizige zeitgenössische Sammlung des Vatikan auf höchstem internationalem Niveau. Aber eines bleibt unabweisbar offensichtlich: Die Kirche – ob katholisch oder protestantisch – hat stets den Kontakt zur Kunst gesucht, auch wenn sich zwischendurch Einbrüche er- geben haben. Man ist aufeinander angewiesen und miteinander verbandelt, eben in einem spannungsvollen und anregenden Verhältnis, von dem beide Seiten profitieren können.

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Paramentik Maja Vogl o.T. 2018 siebdruck auf Hahnemühle, Alt Delft 300 G, 42,3 x 30 cm

Seit 1860 widmet sich der Verein für Christliche Kunst in München der Vermittlung von christlicher Kunst aus Vergangenheit und Gegenwart und fördert Erhaltung und Entstehung von neuen Arbeiten in entsprechenden Zusammenhängen. Natürlich kann es da- bei nicht mehr um allein religiöse Sujets gehen, sondern um eine Pflege von Qualitäten und Botschaften einer künstlerischen Mitteilung, die existentielle Fragen durchdringt, die tiefgreifende gesellschaftliche Inhalte und Problematiken berührt, über das „praktisch Notwendige hinausgeht”, so der Verein auf seiner Website. Kunst auch als kontroverser Partner, als Herausforderung, als analoges Denken und Erkenntnismöglichkeit.

Waren und sind es also tatsächlich die Künstler, die „den Sterblichen den Weg zu den Göttern ebnen“? (Monika Grütters, Tagesspiegel 21.9.2011)

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Glasmalerei Jerry Zenuik o.T.2017 Lithografie auf BFK Rives 250 G, 42,3 x 30 cm

Dies lässt sich vermutlich mit einer Edition von jeweils sechs eigens dafür entworfenen Originalgrafiken sowie einer Fotografie in einer Auflage von 50 Exemplaren und 5 e.a. nicht zur Gänze beantworten, aber immerhin andeuten.
Jedes Blatt ist nummeriert und signiert. Die Arbeiten vertreten die wesentlichen Gattungen kirchlicher Kunst: Architektur, Bildhauerei, Malerei, Glasmalerei, Fotografie, Vasa Sacra und Paramentik. Es wurden Künstlerinnen und Künstler gebeten, die in jüngster Zeit bereits ein Projekt in der Erzdiözese München und Freising umgesetzt hatten. Diese Aufgabe war für die meisten eine grosse Herausforderung, mussten sie sich doch von ihrem vertrauten Medium lösen. Sie haben sich darauf eingelassen und dabei neue Seiten an sich entdeckt.

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Juliane Schölß VASA SACRA für die evangelische Kirche Großkarolinenfeld, Teile aus der Gruppe drei Kelchen, eine Abendmahlskanne und drei Hostienschalen, Silber, 2018

Mit dem Gewinn werden weitere Kunstwerke durch den Verein für Christliche Kunst in München gefördert.
Die Ausstellung präsentiert die Edition, aber darüber hinaus auch einige weitere Arbeiten von Elke Härtel, Juliane Schölß und Jerry Zeniuk, die damit zumindest ansatzweise einen Ausblick bieten auf die Schaffensbereiche einzelner Protagonistinnen und Prota- gonisten insgesamt. (Pressetext)

 

Maurer Zilioli Contemporary Arts
Schleißheimer Str. 42,
80333 München

Künstlergespräche in den Räumen der Galerie:
Mittwoch, 15. Januar 2020, 19 Uhr: Prof. Jerry Zeniuk & Wilhelm Warning

Dienstag, 12. Februar 2020, 19 Uhr: Elke Härtel & Prof. Dr. Ludwig Mödl

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