17. Erfurter Schmucksymposium: 06.07. bis 21.07.2019

Das ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUM wird seit 1984 im Zweijahresrhythmus veranstaltet und ist damit eines der ältesten Schmucksymposien in Deutschland. Zehn internationale Künstler arbeiten 14 Tage gemeinsam in den Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt. Ziel der Zusammenarbeit sind neben fertigen Werkstücken, Arbeitsproben, Skizzen, technische Innovation, die Erschließung neuer Werkstoffe sowie der Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern. Im Mittelpunkt des Symposiums steht die gemeinsame Arbeit und das Entwickeln neuer Projekte in Form von fertigen Werkstücken, Arbeitsproben, Skizzen und Dokumentationen von Prozessen.

Die Ergebnisse des 14-tägigen Arbeitsaufenthaltes von zehn Künstlerinnen und Künstlern in den Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt – hier gibt es neben Schmuckarbeitsplätzen und einer geräumigen Werkstatt die Möglichkeit zum großformatigen Emaillieren – werden im Anschluss in einer Ausstellung präsentiert.

Das ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUM hat sich im Laufe seines Bestehens auf internationaler Ebene einen Ruf als Veranstaltung auf höchstem professionellen Niveau erworben und besitzt Modellcharakter. Besonders das Arbeitsstipendium für jeden teilnehmenden Künstler garantiert diese hohe künstlerische Qualität. Bisher waren über 100 Künstler aus mehr als 15 Ländern an Schmucksymposien in Erfurt beteiligt.

Kann Schmuckkunst im Speziellen helfen, handwerkliche Fertigkeiten und haptische Vielfalt zu bewahren oder kann durch Bewahrung handwerklicher Fertigkeiten die Zukunft mitgestaltet werden? Wie langsam darf Schmuck sein? Wie schnell muss Schmuck sein?

Das kulturelle Jahresthema „100 Jahre Bauhaus“ bietet mit diesen Fragestellungen Schmuckkünstlern zum diesjährigen Symposium einen interessanten Anknüpfungspunkt: Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, in Folge der Bewegung und anderen Reformbewegungen, Werkstätten, die künstlerischen Entwurf und handwerkliche Ausführung vereinten. In vielen Schulen, von denen das Bauhaus die prominenteste ist und die natürlich nicht nur in Deutschland entstanden, hatte die Schmuck- und Metallgestaltung ihren festen Platz. Hier wurde die Grundlage unserer Auffassung von zeitgenössischer Schmuckkunst gelegt.
 Die „Idee Bauhaus“ lebt bis heute weiter. Sie hat eine Faszination entfaltet, die das Bauhaus zu Mythos und sein Wirken zum Vorbild werden ließ – und das weit über die Grenzen Europas hinaus.
Die Zusammenstellung der Teilnehmenden wurde wie immer von der Projektgruppe unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien vorgenommen. Das Symposium kann für die Künstler*innen eine wichtige Station in ihrer Vita bedeuten. Es versteht sich u. a. als Plattform für Erfahrungsaustausch, Begegnung von erfahrenen (Schmuck)Künstler*innen mit Jungen, Kontaktbörse und als Starthilfe für junge Künstler*innen. In diesem Jahr wurden u.a. Künstler eingeladen, die als Lehrende tätig sind und waren.

Aus der Arbeit am anderen Ort und dem Erfahrungsaustausch in gleichberechtigter Vielfalt wird kreative Kraft geschöpft.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer
1. Jamie Bennett, USA – Schmuck
2. Sophie Hanagarth, Schweiz/Frankreich – Schmuck
3. Melanie Isverding, Deutschland – Schmuck
4. Katharina Kielmann, Deutschland/Östereich – Kunsthistorikerin, Designerin
5. Felix Lindner, Deutschland – Schmuck
6. Mandy Rasch, Deutschland – Schmuck
7. Sarah Schuschkleb, Deutschland – Schmuck
8. Anat Shiftan, USA – Keramik
9. Ketli Tiistar, Estland – Schmuck
10. Karola Torkos, Deutschland – Schmuck

Das ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUM bietet den teilnehmenden Gästen und dem interessierten Publikum zahlreiche Möglichkeiten der Anregung und Begegnung. Zu verschiedenen Veranstaltungen (siehe Programm) und an einem Tag der offenen Tür sind alle Bürger*innen in die Werkstätten eingeladen. Interessierte Künstler*innen aus der Region, Vertreter der Presse und anderer Medien werden immer gern zum Austausch empfangen.
Den Abschluss des 14-tägigen Symposiums bietet ein Kolloquium, das am Nachmittag vor der Ausstellungseröffnung in der Begegnungsstätte kleine Synagoge stattfindet.
Die Ausstellung der Arbeitsergebnisse ist dann im Angermuseum in Erfurt zu sehen. Sie wird von allen Symposiumsteilnehmer*innen gemeinsam entwickelt und aufgebaut, jedoch vom Projektteam kuratiert. Spannende, ungewöhnliche Präsentationen sind zu erwarten und ausdrücklich gewünscht, bietet doch das Erfurter Schmucksymposium explizit den Ort für künstlerische Arbeit frei von kommerziellen Zwängen. (Pressetext)

Alle Veranstaltungen des 17. ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUMS im Überblick

17. ERFURTER SCHMUCKSYMPOSIUM

06.07. – 21.07.2019
Symposium in den Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt

16.07. 13 – 18 Uhr
Tag der offenen Tür
Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt
Lowetscher Straße 42c, 99089 Erfurt

20.07.2017, 12 Uhr
Kolloquium
Begegnungsstätte Kleine Synagoge,
An der Stadtmünze 5, 99084 Erfurt

Referenten
Anat Shiftan (USA)
‚Navigating Nature‘
Keramikerin, Associate Professor, School of Fine and Performing Arts, State University of New York, New Paltz

Christoph Feist (D)
‚Bilder aus dem Werkzeugkasten‘
Zeichner, Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Sophie Hanagarth (CH/F)
‚IRON(Y)’
Schmuckkünstlerin, Dozentin an der École Supérieure des Arts Decoratifs, Strassburg

Jay Rutherfort (CAN/D)
`Lefty at Large’
Grafik Designer, Professor (emer.), Fakultät Gestaltung, Bauhaus-Universität Weimar

20.07.2019, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung im Grafik-Kabinett, Angermuseum Erfurt

21.07. – 18.08.2019
Ausstellung im Angermuseum Erfurt
Anger 18, 99084 Erfurt