Der Mosaikkünstler FRITZ BAUMER: Höhr-Grenzhausen vom 16.03. bis 10.6.2019

Das Keramikmuseum Westerwald ehrt in einer Sonderausstellung das Lebenswerk des Mosaikkünstlers Fritz Baumer (1919-1989). Brennbruch und Scherben bekannter Keramiker wie Hubert Griemert, Richard Bampi oder Wendelin Stahl setzte er zu neuen Bildern zusammen. Baumer löste die Glasur von ihrem Träger, dem Gefäß, und zeigte so das einzigartige Wirkungspotenzial der keramischen Farbe.

Fritz Baumer wurde am 16.3.1919 als ältester Sohn eines Sprachenlehrers in Frankfurt am Main geboren und verbrachte seine Jugend in Daun und Koblenz. Prägend für seine Mosaikgestaltung waren zuerst die Erzählungen seines Großvaters, der lange Zeit in der damaligen deutschen Kolonie Qingdao, China, arbeitete und eine Sammlung chinesischer Kunstobjekte besaß. Seine Kriegsgefangenschaft bis 1949 in Lager in Nowosibirsk, Irkutsk, Taschkent, Samarkant, Alma Ata, Ulan Bator und Kirgisien war ein weiterer entscheidender Einschnitt in seinem Leben. Neben allen Entbehrungen die er dort erlebte, beeinflussten ihm auch die Begegnungen mit asiatischen Keramiken und Mosaiken.

Das Mosaikhandwerk lernte er von 1936 bis 1939 an der Kunsthandwerkschule in Trier. Nach seiner Rückkehr 1949 aus der Kriegsgefangenschaft studierte er an der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen. Aus finanzieller Not benutzte er statt teure Glas- oder Natursteine, keramische Scherben von der Müllkippe der Schule. Später schickten ihm die Keramiker selbst ihre zweite Wahl zu. Baumer zerschlug die aussortierten Gefäße zu kleinen Mosaiksteinchen, die er zu einem neuen zweidimensionalen Bild zusammenfügte. Schwarzmatte Kristallglasurstückchen von Hubert Griemert, salzglasierte Scherben von Heiner Balzar oder chinaroter Bruch der Brüder Hohlt verwandelte er in Bildflächen, die durch ihren Reichtum an Farbe, Struktur und Tiefe bestechen und einen neuen Blick auf das Potenzial der keramischen Glasur hervorrufen.

Fritz Baumers unbekannte Werke werden zum ersten Mal auf musealer Ebene gezeigt. Am 16.3.2019 wäre er 100 Jahre alt geworden.(Pressetext)

Keramikmuseum Westerwald
Deutsche Sammlung für Historische
und Zeitgenössische Keramik

Lindenstraße 13
D – 56203 Höhr-Grenzhausen

Öffnungszeiten:
Dienstag – Sonntag 10 – 17 Uhr

Fritz Baumer - o. T. 1973_ Fotostudio Baumann GmbH
Fritz Baumer – o. T. 1973 Bild: Fotostudio Baumann GmbH