Luca Lanzi – Malia: Frechen vom 27.05. bis 19.08.2018

Luca Lanzi, FETICCIO 2016 | Terracotta und Gips | 52x30x10cm | Foto: Luca Lanzi

Der italienische Künstler Luca Lanzi (*1977 Bologna), der an den Kunsthochschulen in Bologna und Berlin-Weißensee studiert hat, arbeitet zweigleisig: Er fertigt keramische Plastiken und zurückhaltende Pastellzeichnungen, kreist dabei aber stets um das Thema Emotionalität.
So lässt er einen ganz eigenen Kosmos mit ungelenken, maskenhaften Puppen, archaisch anmutenden Tierdarstellungen und abstrahierten Pflanzengebilden entstehen. Besonders seine stereotypen Gliederpuppen ohne physiognomische Individualität dienen dem Künstler trotz des Verzichtes auf alles Erzählerische als starke Ausdrucksträger. Allein die dezenten farbigen Hinweise in der Oberflächenbemalung lassen die Verletzlichkeit des Kreatürlichen erahnen.

„Ich finde“, sagt Luca Lanzi, „dass die Beschäftigung mit Kunst etwas mit Ästhetik zu tun hat. Scientia Cognitionis Sensitivae –  man kann den emotionalen Zugang zum Wissen durch die Einbeziehung der Sinne dem logisch intellektuellen Ansatz eines rationalen Denkens entgegen stellen. Dieses Gefühl kommt aus der Konfrontation mit der Schönheit und intendiert das visuelle Erkennen einer Reihe grundsätzlicher Normen. Aber noch intensiver und verführerischer ist es, wenn die Gegenüberstellung mit dem Bild eine Art von innerem Schwindel erzeugt, eine persönliche und mysteriöse Betroffenheit, die es schafft unserer Verbindung zum Realitätsprinzip aufzuheben. Dieses Spiel von Faszination und Evokation überzeugt umso mehr, je direkter die Wahrnehmung des Werkes ist, je mehr der reduzierende Prozess der Abstraktion wirkt, zwischen dem was gesehen und dem, was allgemein als real empfunden wird.

Die Darstellung verliert jenes theatralische und künstliche Wesen, das der naturalistischen  Wiedergabe untergeordnet ist und bildet absolute und autonome Formen, die sich gleichzeitig von der Banalität der Objekte abwenden und ihre eigenständige Identität aus dem künstlerischen Akt, aus der Transformation der Materie durch den menschlichen Geist, erhalten. Das Werk wird zu einem Archetyp, zu einem ursprünglichen und idealen Modell sensibler Angelegenheiten.“

Aus diesen Überlegungen heraus entwickelt Luca Lanzi seine Arbeit an selbstreferentiellen Themen, die nichts anderes darstellen wollen als das was sie sind, als Skulptur, als expressive Form die am besten geeignet scheint seinen Ideen eine physische Präsenz zu verleihen. (freie Übertragung aus dem Italienischen.)

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Stiftung Keramion – Zentrum für moderne und historische Keramik
Bonnstrasse 12
50226 Frechen

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag und Sonntag 10 bis 17 Uhr, Samstags 14 bis 17 Uhr

Am 26. + 27. Mai 2018
Keramische Erlebnistage – Töpfermarkt und Ausstellungseröffnung

Jedes Jahr im Mai präsentieren zahlreiche Keramikkünstler und Töpfer aus Deutschland und vielen Ländern Europas ihre Werke auf dem Markt in der Frechener Innenstadt.

Das Angebot ist vielfältig und zeigt neben künstlerischen Unikaten, großformatigen Skulpturen und aufwändigen Wohnaccessoires auch die typischen Gebrauchskeramiken sowohl im klassischen als auch im modernen Design. So können neben Tellern, Brotdosen und verschiedenen Tassen mit klassischen Mustern auch kunterbuntes Geschirr mit einzigartigen Farbmischungen in rot, gelb und grün erworben werden. Schmuck, Wasser- und Windspiele sowie Kachelbilder und Tierplastiken ergänzen das Spektrum. (Pressetext)

Informationen als PDF-Datei  

Frechener Töpfermarkt:
Johann-Schmitz-Platz 1 – 3, 50226 Frechen

KERAMION:
Bonnstraße 12, 50226 Frechen