Geschmiedet: München vom 08.09. bis 07.10.2017

Dittlmann & Jank, Foto:Jank

Die Galerie Handwerk in München widmet sich im September der handwerklichen Technik des Schmiedens und präsentiert Gold- und Silberschmiedearbeiten wie auch Werke aus Eisen oder Buntmetall von 39 renommierten Gestaltern aus zehn Ländern.

Über die reine Materialbearbeitung ist das Schmieden ein Paradebeispiel für handwerkliche Gestaltung, bei der sich die Form aus der Technik heraus entwickelt. Seit der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert entstanden die schönsten ornamentalen Gitter aus geschmiedetem Eisen.

Ein Teil der Ausstellung präsentiert aus Eisen geschmiedet Gitter, Gittermodelle, unterschiedliche Lösungen für Treppengeländer, Grabkreuze, Beschläge und Türgriffe sowie Garderoben. Otto Baier, Martin Breidenbach, die Bergmeister Kunstschmiede, Matthäus Seisenberger, Sebastian Wölkl, Michael von Mücke bestreiten diesen Teil.

Ein weiterer Bereich des Schmiedens ist die Herstellung von Messern und Werkzeugen. Luca Distler und Florian Pichler von Messer Werk haben ihren Schwerpunkt auf die Arbeit mit Damaszenerstahl gelegt. Aus Japan kommen Kochmesser, Rasiermesser, Stemmeisen und Hämmer. Sie stammen aus berühmten Werkstätten und sind eindrucksvoll Beispiele der Meisterschaft der japanischen Messer- und Werkzeugschmiede, die, nicht zu Unrecht, Kultstatus besitzen.

Neue Arbeiten aus Silber und Buntmetall kommen von Kerstin Becker, Beate Leonards, Josephine Lützel, Maike Dahl und Annette Zey, Carsten from Andersen aus Dänemark, Nilton Cunha, Cecilia Moore und Cóilin O’Dubhghaill, Angela Mini Jo, Sanghoon Kim, Dong-hyun Kim und von den Japanern Koichi Io, Hiroshi Suzuki sowie Yuki Ferdinandsen, die mit der japanischen Technik „arare“ arbeitet. Von Giampaolo Babetto, der seit einigen Jahren ebenfalls Gerät aus Silber schafft, wird eine erlesene Gruppe von Gefäßen, aber auch erstmals Besteck zu sehen sein.

Der Bereich Schmuck wird repräsentiert durch Arbeiten von Dittlmann & Jank mit ihren FÜRIMMERRINGEN, Francesco Pavan, Stefano Marchetti und Merlin Mereema. Letztere verwendet für ihre Broschen Stahlwolle, die sie erhitzt und mit dem Schmiedehammer zerquetscht.

Die Ausstellung „Geschmiedet“ dokumentiert die vielfältigen Möglichkeiten, die die faszinierende Technik des Schmiedens bietet, und stellt dabei die künstlerische Gestaltung in den Mittelpunkt. (Pressetext)

Handwerkskammer für München und Oberbayern
Galerie Handwerk
Max-Joseph-Straße 4
80333 München

Öffnungszeiten Dienstag, Mittwoch, Freitag 10 bis 18 Uhr,  Donnerstag 10 bis 20 Uhr
Samstag 10 bis 13 Uhr

Rahmenprogramm:
Am 8. September um 15 Uhr, Raum Zugspitze in der Handwerkskammer für München und Oberbayern
Dr. Rudolf Dick über „Japanische Schmiedetechniken“ sprechen:
Obwohl in Japan Stahl als Werkstoff erst relativ spät in Erscheinung trat, haben die japanischen Schmiede innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne ihr Handwerk in höchstem Masse verfeinert. Ausdruck dessen sind nicht nur die legendären Samurai-Schwerter, sondern auch Messer- und Werkzeugklingen von erlesender Qualität. Der Vortrag gibt Einblick in die für Außenstehende üblicherweise verschlossenen Werkstätten der japanischen Klingenschmiede und geht dabei nicht nur auf ihre Techniken, sondern auch auf den kulturellen Kontext ein.

 

 

 

 

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