Medusa. Bijoux et tabous: Paris bis 05.11.2017

Die Ambivalenz des Medusenblicks in der griechischem Mythologie bezieht diese Ausstellung konzeptionell auf die Betrachtung von Schmuck. Anziehungskräfte wirken hier ebenso wie Verstörung dessen, der ihn entwirft, anschaut oder trägt, als Objekt zwischen Zierde und Skulptur, als ein Kunstwerk. Tatsächlich wird er oft als zu körpernah, zu feminin, kostbar, ornamental oder primitiv wahrgenommen. Doch gleichzeitig verdankt er den Künstlern der Avant-Garde und den zeitgenössischen Kreateuren seine Neuerfindung, die ihn von seinen reinen Traditionen entfernen und verändern.

In der Reihe kollektiver und übergreifender Ausstellungskonzepte, wie zu den Themen « L’Hiver de l’Amour », « Playback », « Decorum » stellt das Museum in der MEDUSA-Schau die traditionellen Grenzen der Kunst in Frage, mit Unterstützung der Kunst, des Handwerks, des Dekorativen, der Mode und der Pop Kultur..

Die Ausstellung „Medusa. Bijoux et tabous“ im Musée d’Art moderne de la Ville de Paris vereint mehr als 400 Arbeiten von Künstlern (Anni Albers, Man Ray, Meret Oppenheim, Alexander Calder, Louise Bourgeois, Lucio Fontana, Niki de Saint Phalle, Fabrice Gygi, Thomas Hirschhorn , Danny McDonald, Sylvie Auvray …), Avantgarde-Juwelieren und Designern (René Lalique, Suzanne Belperron, Line Vautrin, Art Smith, Tony Duquette, Bless, Nervensystem …), zeitgenössischen Schmuckkünstlern (Gijs Bakker, Otto Künzli, Karl Fritsch, Dorothea Prühl, Seulgi Kwon, Sophie Hanagarth …) oder Juwelieren (Cartier, Victoire de Castellane , Van Cleef & Arpels, Buccellati …) sowie anonyme Stücke (Urgeschichte, Mittelalter, Indianischer Schmuck, Punk- und Rap- Modeschmuck …).

Diese Stücke, ob bekannt oder unbekannt, einzigartig, multiple, handgefertigt, industriell, computergeneriert – sie mischen raffinierte Ästhetiken, kunsthandwerklich, amateurhaft oder futuristisch. Sie weisen manchmal über das Wesen des Schmuckes hinaus und zögern nicht ungewöhnliche Nutzungen nahezulegen.

Die Ausstellung rankt sich um vier zentrale Themen: die Identität, der Wert, der Körper und der Ritus. Jede Abteilung startet bei den zuerst einmal negativen Vorgaben die den Schmuck begleiten um sie besser dekonstruieren zu können, sie aufzuheben ins Feine, mit der Kraft des Subversiven und Performativen die dem Schmuck zu zugrunde liegt. (frei nach dem französischen Pressetext)

Musée d’Art moderne de la Ville de Paris
11 Avenue du Président Wilson
75116 Paris

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen, den man über das Museum beziehen kann: HIER

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