„wild things“ Tierisch skulpturale Keramik: Tegelen (NL) vom 12.05. bis 10.09.2017

Marieke Ringel: hängendes Zebra - Foto: Keramiekcentrum Tiendschuur Tegelen

Im Keramik Center Tiendschuur Tegelen gibt es in diesem Sommer wildes Treiben. Die Ausstellung „Wild Things“ zeigt skulpturale Arbeiten von zeitgenössischen Künstlern aus den Niederlanden und dem übrigen Europa. Die Inspirationen der gezeigten Werke basieren auf wilde, tierische Sachen. Von Tieren, Insekten, bis hin zu Monstern und anderen kriechenden Kreaturen. (Pressetext)

Die teilnehmenden Künstler sind unter anderen:

Anna Dorothea Klug (1984, Halle/Saale) ist ein junges aufstrebendes Talent. Ihre Figuren handeln von Fantasie, Märchen und Träume. Ihre Kreaturen bieten Trost, Geborgenheit, Gesellschaft. Aber es gibt auch welche, die verweisen zum Beispiel zur Angst, zum Monster, das sich unters Bett versteckt. In ihren mythologischen Figuren hat sie auf erkennbare Weise menschliche Emotionen dargestellt. Nach ihrer Kunstakademie hat sie 2014 ihr Studium erfolgreich abgeschlossen in Richtung Keramik, wo ihre Werke bereits während dieses weiterführenden Studiums mit Preisen gekrönt wurden.

Aare Freimann (1960, Estland) stammt aus Estland und ist ein ehemaliger Partner von Ülle Sink (1957, Estland). Dass die beiden etwas verbindet, ist außer an ihrem Ursprung, auch deutlich in ihren Arbeiten zu erkennen. Sonderbare Kreaturen, die einer reichen Phantasie entsprungen sind. Von welchen existierenden Tierarten sie inspiriert wurden ist noch vage zu erkennen. Es scheint als wären eine verschiedene Tiere zusammen in den Mixer gesteckt worden und ein seltsames Sammelsurium kam dabei raus. Für Ülle bedeutet arbeiten dass sie noch täglich Kind sein und sich dabei völlig im Ton verlieren darf. Sie hat keine Pläne oder Skizzen, sie fängt einfach an mit dem Ton zu arbeiten und spontan und intuitiv werden ihre wundersamen Wesen geboren.

Peter Hiemstra (1954, Wolvega, Niederlande) studierte an der Kunstakademie Minerva in Groningen. Er ist zwischenzeitlich seit über 36 Jahren aktiv als bildender Künstler. Seine Arbeit ist wie bei den oben genannten Künstlern durch eine gute Portion Kreativität und Phantasie gekennzeichnet. Er arbeitet ausgesprochen figurativ, aber völlig realistisch ist es nicht. Er lässt Tierfiguren menschliche Handlungen ausführen, wodurch seine Arbeit einen Verfremdungseffekt bekommt. Oft ist es ein Kommentar zu menschlichen Handelns. Er kreiert dreidimensionale Karikaturen des menschlichen Wahnsinns, ganz treffend in Ton ausgeführt, manchmal konfrontativ, manchmal lächerlich.

Marieke Ringel (1984, Deutschland) studierte an der Kunstakademie in Landshut. Sie spezialisierte sich während eines Praktikums beim berühmten englischen Töpfer Nic Collins. In 2015 erhielt sie ihre Spezialisierung in Keramik an der Kunstakademie in Halle. Seit dem Abschluss ihres Studiums erlebt sie eine steile Karriere, so war ihre Arbeit bereits in 12 Gruppen- und 2 Einzelausstellungen u. a. in München und London zu besichtigen. Auch ihre Arbeit handelt von der Wechselwirkung zwischen Mensch und Tier. Sie hat das Studium abgeschlossen mit einer Reihe von Arbeiten mit dem Titel „Ich und das Tier“, worin sie darstellt, oder besser gesagt, verfasst sie Tiere in Keramik-Boxen. Ihre Tierfiguren sind eine Metapher für menschliche Gefühle und Erfahrungen, wie Trost, Schutz, Weisheit, das Leiden, Freiheit und das Unbezwingbare.

Emma Rodgers (1974, Vereinigtes Königreich), ist ein Meister im Festlegen von Bewegung. Sie gilt zurzeit als eine der wichtigsten Bildhauer in England. Sie weiß die Tiere in eine Pose zu verfassen, die Aktion und Leben zeigt. Auf eine kecke, spontane und skizzenhafte Weise konstruiert sie ihre Figuren. Ihre Figuren scheinen oft aus Fetzen zusammengesetzt, lose Fransen die von der Bewegung noch zu flattern scheinen. Es ist unvorstellbar, dass diese augenscheinlich getrennten Teile eine feste Einheit bilden und so das Wesentliche eines Tieres zum Ausdruck bringen.

Gareth Nash (Vereinigtes Königreich), lebt und arbeitet in Wales. Er wuchs in Wales zwischen Pferden auf. Als er die Pferde aus der Tang-Dynastie entdeckte, bedeutete das der Beginn von Faszination, die ihn nicht mehr losgelassen hat. Diese Keramik-Statuen, hergestellt in China zwischen 618-900, wurden in den Gräbern von vermögenden Privatpersonen gelegt, zum Schutz des Jenseits. Sie waren oft sehr groß und mehrfarbig glasiert. Gareth Nash entwickelte während seiner Ausbildung und seiner Karriere als Künstler Fähigkeiten mit Ton und Glasur, womit er sich den Tang-Pferden nähern kann. Letztendlich  hat er seine eigene Version manchmal mit dem Zusatz von sonderbaren Reitern.

Chaterine Chauillou- plie
Caterine Chauillou, Flunder – Foto: Keramiekcentrum Tiendschuur Tegelen

Catherine Chaillou (1959) stammt aus Frankreich. Sie arbeitet als einzige mit der Raku-Technik. Eigentlich eine ziemlich „grobe“ Technik mit der robusten Craquelé Struktur, dennoch erscheint ihre Arbeit fast lebensecht. Es gelingt ihr den Charakter der Tiere sehr gut in Ton zu fassen. Sie stellt ihre Tiere auf eine Form als Sockel, manchmal schlicht, manchmal gespickt mit barocken Mustern, wodurch das Ganze einen dekorativen Charakter bekommt, sie verleiht eine eigene Wendung daran womit ihre Arbeit mehr darstellt als das nachahmen von Tierchen.

Ross de Wayne Campbell (8)
Ross de Wayne Campell, hirschhornkäfer . Foto: Keramiekcentrum Tiendschuur Tegelen

Ross de Wayne Campell (1964) sorgt dafür dass Sie wirklich eine Gänsehaut bekommen. Er wurde in Las Vegas geboren und studierte Bildhauerei am Art Institute San Francisco. Nach dem Abschluss in 1992 absolvierte er einen Gast-Studiengang in Braunschweig (Deutschland). Hierdurch lebt und arbeitet er immer noch in Deutschland, in Berlin. Er zoomt seine Arbeit buchstäblich in die Welt der Insekten. Käfer, Libellen, Fliegen manchmal 40-mal vergrößert in Keramik. Dann hoffen Sie besser, dass die nicht zum Leben erweckt werden! Er hat sie vorsorglich in einen Holzrahmen gesetzt, wodurch man den Eindruck von aufgespießten  Insekten bekommt. Die ursprüngliche Technik war Raku, jetzt hat er eine Variante mit einer vergleichbaren Ausstrahlung entwickelt und besser für seine Nachbarn im dicht besiedelten Berlin ist. Seine Glasuren lässt die Schilde mindestens so schön glänzen wie die Käfer, die Modell standen.

Beate Reinheimer (1943) wurde in Essen geboren. Nach ihrem Textilstudium an der Folkwangschule studierte sie in 1972 Keramik an der Rietveld Akademie in Amsterdam, an der sie sich später als Dozentin  angeschlossen hat. Sie spezialisiert sich in Gebrauchskeramik und ist damit eine besondere Ergänzung dieser Ausstellung. Schädel, Geweihstücke, Knochen, Baumrinde und Tannenzapfen sind die Elemente, woraus sie Geschirr zusammensetzt. Zuerst machte sie Formen von den einzelnen Teilen und mit den Porzellan Reproduktionen hat sie anschießend ihre Arbeit aufgebaut. Ihr Geschirr, Kerzenständer und Schmuck sind durch das Tier inspiriert und verweisen im wörtlichen Sinne zum Titel „Wild Things“. (Pressetext)

Keramiekcentrum Tiendschuur Tegelen
Kasteellaan 8
5932 AG Tegelen

Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags von 11.00 – 17.00 Uhr

Tiendschuur Museum Tegelen Niederlande

Siimu by Ulle Sink
Ulle Sink „Siimu“ – Foto: Keramiekcentrum Tiendschuur Tegelen
Advertisements