Keramik: London, 06. bis 29.10.2016

Wunderbare Neuigkeiten! Die Galerie Contemporary Ceramics in London zeigt diesen Herbst erstmalig die Werke von sechs deutschen Keramikkünstlern, allesamt schon lange Stars der deutschen Keramikszene … und darüber hinaus. Normalerweise präsentiert CCC  – Contemporary Ceramic Centre -zeitgenössische englische Studio-Keramik, überwiegend Werke der Mitglieder der britischen Craft Potters Association, in seinen Räumen direkt gegenüber des British Museums.

Hier nun eine Ausnahme:

Zu den deutschen Gästen zählt  Petra Bittl, Keramikkünstlerin mit Atelier in Bonn und Lehrauftrag für Oberflächengestaltung, Dekorentwicklung und Zeichnen an der Fachschule für Keramik in Höhr-Grenzhausen. Man kennt sie vor allem für Ihre filigran gemusterten Gefässe und Platten aus Steinzeug. Aus Punkt und Linie entwickelt sie begeisternde, hochkomplexe Muster, Strukturen und Verläufe. In ihren Arbeiten mit dreidimensionalem Flächenaufbau erweitert sie die Wirkung um das subtil bewegte Spiel von Licht und Schatten.

Die klaren, schlichten Formen  der Keramikerin Gabi Ehrminger aus Radolfzell scheinen von so grundsätzlicher Einfachheit zu sein. Doch die Oberflächen ihrer perfekt gedrehten Dopplewandgefässe zeigen die individuellen, lebendigen Spuren des Holzbrandes, veredelt durch den kostbaren Schimmer einer aufwendigen Steinpolitur. Unwiderstehlich ist der haptische Genuss ihrer Objekte, der die Archaik des Entstehungsprozesses vergessen lässt.

Der vielfach für seine Werke ausgezeichnte Markus Klausmann aus Waldkirch wurde stark von der Begegnung mit japanischen Keramiktechniken geprägt. Seither pflegt er eine sehr eigene, kraftvoll spontane Formensprache die durch aufregende Brandergebnisse unterstützt wird. Gedrehte oder gebaute Steinzeugformen beschneidet er mutig um sie anschliessend genial mit Engoben zu bemalen und einem hochtemperierten Kapselbrand zu übergeben. Diese elementare Stimme des Entstehungsprozesses charakterisiert seine Unikate wesentlich.

Der Hallenser Martin Möhwald hat seine künstlerische Sprache in der Perfektionierung des Umdruckverfahrens für die Oberfächengestaltung seiner Gefässe gefunden. Inspiriert durch verblichene Reklameschriften und Plakatwände fand er in dieser Technik einen vergleichbaren ästhetischen Reiz. Formal setzt er ganz auf an der „Scheibe gedrehte Tassen, Teller, Kannen, Dosen und Vasen, die gut zu gebrauchen, angenehm zu handhaben und schön anzusehen sind. Deren Sprache verstehen, ganz ohne Worte, alle Menschen rund um den Globus.“

Fritz Rossman lebt und arbeitet in Höhr Grenzhausen. Seine Porzellangefässe, Geschirre und Unikate, begegnen uns in makeloser Erscheinung. In klassischen und sinnlich schmeichelnden Formen, mit Eleganz und Leichtigkeit. Mit köstlichen Celadonglasuren, raffinierten Hell-Dunkel-Kontrasten, die Form und Oberfläche vereinen und durchdringen.

Christiane Wilhelms Keramikobjekte entstehen in ihrem Studio in München. Gedrehte Steinzeug-Vasen und Dosen als klar konturierte Formen, die von Kapseln oder Früchten inspiriert scheinen. Geritzte, strukturierte, rauhe Oberflächen setzen sich gegen samtweich polierte Bereiche ab. Elegant schwebt das Volumen der Objekte über einem schlanken Fuß. Ihre Erscheinung wirkt introvertiert, verschlossen und in hohem Maße ästhetisch.

Wir wünschen diesen großartigen Vertretern der deutschen Kearmikszene sehr viel Erfolg in London!

© Schnuppe von Gwinner

THE GALLERY OF THE CRAFT POTTERS ASSOCIATION

63 Great Russell Street, Bloomsbury
London WC1B 3BF

Open Mon – Sat 10:30 – 6.00