10 Jahre BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk: München vom 09.09. bis 24.09.2016

Der Bayerische Kunstgewerbeverein (BKV) wurde 1851 mit dem Ziel gegründet, die Ausbildung im Handwerk zu verbessern und die Qualität kunsthandwerklichen Schaffens zu fördern. Handwerkstradition und gute Gestaltung sollten der industriellen Fertigung als Vorbild dienen. Damals wie heute widmet sich der Verein mit dem Ladengeschäft und der Galerie für Angewandte Kunst seiner Hauptaufgabe, der Förderung des zeitgenössischen Kunsthandwerks. Derzeit gehören dem Verein über 400 Mitglieder aus allen Bereichen des Kunsthandwerks an.
Seit 2006 vergibt der Bayerische Kunstgewerbeverein den BKV-Preis für Junges Kunsthandwerk, der sich an junge Kunsthandwerker/innen unter 35 Jahren wendet. Die Ausschreibung ist weltweit an alle Gewerke gerichtet, ausgezeichnet werden Arbeiten, die auf der Basis handwerklicher Qualität eigenständige künstlerische Gestaltung zeigen. In diesem Jahr feiert der BKV-Preis sein 10-jähriges Bestehen. Die Ausstellung gibt einen Überblick über alle prämierten Arbeiten und stellt die neuesten Objekte aller Preisträger vor.

„Was hat der BKV-Preis in den zehn Jahren seines Bestehens bewirkt?“ Dr. Monika Fahn, Geschäftsführerin des Bayerischen Kunstgewerbevereins, schaute einmal in die Zahlen, die folgendes Ergebnis zeigen: Von 2006 bis 20015 haben sich 1314 junge Künstler/innen zur Fotojury beworben. Diese forderte insgesamt 395 Bewerber auf, für die zweite Jurysitzung einzureichen. Aus dieser gingen durch das Juryvotum 27 Preisträger, 7 Belobigungen und 168 Finalisten hervor. Bewerbungen gab es aus 44 Ländern, die meisten Einsendungen stammten mit über 67% aus dem Bereich Schmuck. Der Anteil der Bewerberinnen lag bei 79%.

Das Preisgeld des BKV-Preises wird von der LfA Förderbank Bayern gestiftet. Gemeinsam mit dem BKV liegt ihr daran die jungen Kunsthandwerker/innen in den ersten Jahren ihrer Professionalität zu unterstützen und ihnen durch das Preisgeld, die Präsentation ihrer Arbeiten sowie die eigenen Kataloge eine gute Startposition zu ermöglichen. Dass diese Chancen von den meisten Preisträgern gut genutzt wurden offenbart sich in den folgenden Jahren, in denen wir viele Preisträger zunehmend erfolgreich agierend wahrnehmen.

Preisträger/innen von 2006 bis 20015 (alle verlinkt zu Ihrer aktuellen Homepage – soweit möglich)

2006 Juliane Schölß ( Silbergerät)

2007 Laura Deakin (Schmuck) und Maria Volokhova (Porzellan)

2008 Hiawatha Seiffert (Metall), Michele Taylor (Schmuck) und Mirjam Hiller (Schmuck)

2009 Katsura Sasaki (Schmuck), Nicole Lehmann (Schmuck) und Pedro Sequeira (Schmuck)

2010 Anne Achenbach (Schmuck), Melanie Isverding (Schmuck) und Agnes Larsson (Schmuck)

2011 Frauke Zabel (Schmuck), Stefan Strube (Gerät) und Florian Milker (Schmuck)

2012 Mina Kang (Schmuck),  Matteo Bauer-Bornemann (Gerät), Ja-Kyung Shin (Gerät)

2013 Sawa Aso (Schmuck),  Kiho Kang (Keramik) und Seulgi Kwon (Schmuck)

2014 Emilie Westerlund (Schmuck), Linda Prüfer (Porzellan) und Sophie Baumgärtner (Schmuck)

2015 Aneta Koutná (Porzellan & Glas), Kristina Rothe (Papier) und Ye-Jee-Lee (Schmuck)

Bayerischer Kunstgewerbeverein e.V.
Pacellistraße 6 – 8
80333 München

1. Preis: € 3.000,- + Katalog (dt./engl.)
2. Preis: € 2.000,- + Katalog (dt./engl.)
3. Preis: € 1.000,- + Katalog (dt./engl.)
Die drei Preisträger erhalten einen gemeinsamen Katalog (dt./engl.).
Alle Preisträger werden zusätzlich mit der Aufnahme in den Bayerischen
Kunstgewerbeverein geehrt, die auf 3 Jahre kostenfrei gewährt wird.
Alle Arbeiten der Preisträger und Finalisten werden auf der Internationalen
Kunstgewerbeverein ausgestellt.
Anmerkung: Die Liste der Preisträger lässt vermuten, dass entweder die Jury ihre allzugroße Affinität zur Schmuckkunst  nur sehr zaghaft zu überwinden bereit ist ODER, dass sich Designer und Künstler anderer Gewerbe schon garnicht mehr trauen, sich für den BKV Nachwuchspreis zu bewerben. Den Nicht-Schmuckkünstlern sollte wirklich sehr viel mehr Mut gemacht werden. Die tollen Konzepte der beiden letztjährigen Preisträgerinnen Aneta Koutná (Porzellan & Glas) und Kristina Rothe (Papier) sind da schon ein guter Anfang!
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