Ludwig Menzel: 1.Preisträger Zeughausmesse Berlin

Ludwig Menzel,: 3 Silberskulpturen, Höhe 10,5 – 16,5 cm Foto: Philipp Menzel

Am 10. Dezember 2015 wurden anlässlich der 19. Zeughausmesse für Angewandte Kunst im Schlüterhof des Berliner Zeughauses vier Künstlerinnen und Künstler mit dem Preis für Angewandte Kunst der Berliner Volksbank ausgezeichnet. Zum 12. Mal ist der Preis für herausragende Leistungen vergeben worden.

Mit dem 1. Preis, der mit 1.300 Euro dotiert ist, ist der Metall- und Schmuckkünstler Ludwig Menzel ausgezeichnet worden. Seine Objekte habe eine eigene Kraft und wirken eigensinnig, charaktervoll und beständig. Der Erfahrungsschatz und zugleich die formale Innovation sind für den Betrachter sichtbar.(Pressetext)

Mit der Wahl Ludwig Menzels zum diesjährigen Preisträger der Zeughausmesse zeichnet sich auch die Jury selbst aus. Aus dieser Messe, diesem bunten Überfluss kunsthandwerklicher Gestaltungslust wählte sie den, der sein Werk in aller Bescheidenheit in einer Ecke, auf schmalem Raum völlig unprätenziös präsentiert. Dem auch das Scheinwerferlicht als Hauptfigur fast zu viel war. Natürlich, man kennt sich. Menzel arbeitete bis 2002 im Atelier von Hermann Jünger, dem international renommierten Erneuerer der Schmuckkunst der von 1972 bis 2002 die Gold- und Silberschmiedeklasse an der Akademie der Bildenden Künste München leitete und damit ihre Vorreiterrolle in der Welt des Unikatschmucks begründete.

Doch zurück zu Ludwig Menzel , der hier und heute diesen schönen Preis zugesprochen bekam. Für seine fantsievoll-lapidare Art Schmuck und Gerät zu machen, die auf mich wie Ding gewordene Gedankenspiele wirken. Untersuchungen einer Idee und der ihr folgenden Überlegungen. Deren Zusammenhang immer da ist, wenn auch nicht offensichtlich  für den Betrachter, der die Geschichte dazu nicht kennt. Der aber doch mit der ersten näheren in Augenscheinnahme beginnt, sich seinen eigenen Reim zu machen: auf die matte, eher rauhe Ästhetik der Metallflächen und Linien, die formalen Cluster, die wie kleine Gewächse aus dem Handwerkskasten anmuten. Eine poetische Mischung aus technischen Formen und natürlichem „Verhalten“. Mal fragmentarisch als Zusammenschluss weniger Elemente, mal ganze Gefässe bildend, filigran und dicht, in dekorativen Mustern, in graphischen Strukturen. Ludwig Menzel gibt Zitate dazu – mehr nicht. Die aber, fein ausgewählt, den entscheidenden Kick geben, die eigene Assoziationsmaschine anzuwerfen und sich gedankenspielend der Betrachtung seiner kunstvollen Objekte hinzugeben. Zauberhaft! Und Vorsicht – es ist nicht alles Gold was nicht glänzt.© Schnuppe von Gwinner

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von links nach rechts: Ludwig Menzel, Saerom Kong, Alexa Lixfeld, Michael Schröder (Berliner Volksbank), Kiho Kang; Foto: Berliner Volksbank, Peter Adamik

Den mit 1.000 Euro dotierten 2. Preis hat die Künstlerin Alexa Lixfeld erhalten. In Ihrer Arbeit mit Glas zeigt sie Mut zu großen Formen. Die Schalen haben eine starke skulpturale Präsenz. Alexa Lixfeld gelingt es, die Bewegung des Glasblasens im Objekt zu zeigen. (Pressetext)

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Alexa Lixfeld: Glasschale aus der Serie OCEAN Foto: Jiri Koudelka

Der 3. Preis, der mit 700 Euro dotiert ist, ging an den koreanischen Keramiker Kiho Kang. Seine Gefäße, die er in Aufbautechnik herstellt, spielen mit einer gewissen Exaktheit und Unregelmäßigkeit. Sie sind einfach gut und kompromissfrei: ein meisterlicher Umgang mit dem Material. (Pressetext)

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Kiho Kang : Teetools (2015), Porzellan, aufgebaut in Wilsstechnik Foto: Kiho Kang

Den Förderpreis, der mit 500 Euro dotiert ist, erhielt die koreanische Schmuckkünstlerin Saerom Kong. Mit Reis gestaltet sie unkonventionellen und überzeugenden Schmuck. Die Objekte wirken wie Korallen und sind erfrischend floral und vielversprechend. (Pressetext)

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Saerom Kong: Blue Thistle (2015), Material: Hanji (Traditional Korean Paper), Rice, Oxidized Sil-ver, Ebony, Water Color, Ceramic Paint, Nail Polish Size: 11 *9 *5 cm Foto: Saerom Kong