The Firths‘ collection: Studiokeramik als Wertanlage

Das Wohnzimmer des Ehepaars Firth Photo: ©Adam Partridge

In einem bescheidenen Bungalow nahe der englischen Stadt Leeds wurde jüngst eine Keramikschatz gefunden der es mit der Sammlung des Victoria & Albert Museums in London aufnehmen kann. Ohne dass Verwandtschaft und Freunde des unlängst verstorbenen Sammlerpaares Alan und Pat Firth davon ahnten, trug dieses in den vergangenen vier Jahrzehnten eine der bedeutendsten Keramiksammlungen der Welt zusammen. Der Keramikexperte Jason Wood wurde von den eher ahnungslosen Erben des Ehepaars Firth angesprochen, die in der Szene als versierte und obsessive Keramiksammler bekannt waren. Hin und wieder hatten sie Objekte ihrer Sammlung auch für Ausstellungen ausgeliehen.

Mr. Firth war Bewährungshelfer und seine Frau arbeitete als Sekretärin. Sie legten ihre ganzen Ersparnisse in Studio-Keramik und angewandter Kunst an, also in zeitgenössisches  Silber, Glas, Textilien und Möbel. Sie starb 2012, er im April diesen Jahres – ohne ein Testament zu hinterlassen. Die Erben spekulierten eher auf den Wert der Immobilie als auf deren Inhalt und mussten sich überraschen lassen. Der Nachlass wurde glücklich geborgen, obwohl die Objekte in Gruppen eng beeinander und übereinander gestapelt im ganzen Haus verteilt waren, in dem auch zwei Siamkatzen lebten. Dank der akribischen Dokumentation der Sammler konnte Jason Wood herausfinden, dass das Paar in 40 Jahren eine Summe von 27.000 £ in seine Sammlung investierte.

Mitte Oktober 2015 wurden die 350 Objekte dieser bemerkenswerte Sammlung durch Adam Partridge Auctioneers für eine knappe Million £ versteigert. Allein ein dekoratives Gefäß der legendären Lucie Rie erbrachte bereits £36,800. Doch den größten Einzelerlös erzielte ein großes eiförmiges Gefäss aus einer Gruppe von 21 Objekten des Studiokeramikers Hans Coper, das die Firth’s 1975 für  £124 erworben und das nun in der Auktion für £50,025 zugeschlagen wurde!

Der online – Auktionskatalog

Dies Geschichte beweißt, dass es sich doch lohnt zeitgenössische Studio-Keramik zu sammeln.  Es macht viel Spass und die Erben dürfen sich freuen.

The Firths' collection of 21 pots by Hans Coper Photo: Adam Partridge
The Firths‘ collection of 21 pots by Hans Coper, Photo: Adam Partridge
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