the most secret gallery: Kopenhagen vom 03. bis 23.10.2015

Mit „The most secret gallery“ gründete Kim Buck einen Ort in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, an dem internationale zeitgenössische Schmuckpositionen gezeigt und diskutiert werden. Zum dritten Mal lädt er ein, dieses Mal die Schmuckkünstler Peter Bauhuis und Josephine Winter, die beide ebenso intensiv wie aktiv an der Definition zeitgenössischen Schmucks beteiligt sind.

Peter Bauhuis benannte seinen Halsschmuck mit den Vornamen berühmter Mathematiker, wie Albert, Kurt, Isaac, Muhamad,  Leonhard, Adam. Diese Verbindung ist weniger überraschend als man vermutet. In dem Teil der Mathematik, der Namensstrukturen nachgeht besteht das zentrale Problem darin geometrische Formen wie Kurven und Flächen zu bewerten. In der Knotentheorie untersucht und beschreibt man die topologischen Eigenschaften von Knoten, z.B. Kreislinien im dreidimensionalen Raum. In diesen beiden Feldern der Mathematik erarbeitet man Grundlagen, die in den gegossenen Ketten und Ringen von Peter Bauhuis aufgegriffen werden. Die Ketten-Anhänger kann man als Variationen der Formen sehen, die auftreten wenn sich unterschiedliche Kurven aus Metall bilden und dennoch, durch die Anordnung von Spalten und Löchern, als Gesichter interpretiert werden können.

„Alula“ nennt Josephine Winter eine Serie von Halsketten. Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „kleiner Flügel“.So beschreibt man die kleinen Federn an der Vorderseite von Vogelflügeln. Die kleinen Platten, die die glockenförmigen Anhänger der Ketten von Josephine Winter bilden, sind davon inspiriert. Ihr Schmuck spricht mehrere Sinne gleichzeitig an. Er hat nicht nur visuelle und taktile Qualitäten sondern Josephine bezieht auch die Geräusche verschiedener Materialien mit ein. Ihre Intention liegt nicht darin einen musikalischen Klangeffekt zu erzielen sondern einfache, konkrete Geräusche die entstehen wenn Materialien wie Porzellan, Silber und Bronce in Bewegung versetzt werden.

Der Schmuckdesigner Kim Buck, der in „The most secret gallery“ einlädt, nennt seinen Beitrag zur Ausstellung „120 tote Austern“/„120 dead oysters“. Eine Kette aus jeweils 60 schönsten weißen Akoya Perlen und 60 schwarzen Tahiti Perlen wird von einem goldenen Ring zusammen gehalten. Wer das Morsealphabet beherrscht wird die Botschaft dieses Schmuckes schnell entziffern können, da die schwarzen Perlen für lange und kurze Zeichen, die weissen Perlen für die Leerstelln stehen. Kim Buck hat sich immer in die Diskussionen um Konventionen und Wert von Schmuck eingebracht. Auch in dieser Arbeit wird die Aufmerksamkeit auf den ethischen Einsatz von Materialien gelenkt. Perlen sind sehr begehrt und die meisten von ihnen stammen aus Zuchtfarmen, deren Betrieb die Umwelt und die Austernbestände schädigt.
(nach einem Text von Jorunn Veiteberg, der auch die Einführung zur Eröffnung der Ausstellung am 03.10.2015 geben wird)

The most secret gallery
Rådhusstæde 10
Copenhagen, Dänemark
Geöffnet: Montag bis Freitags 11 bis 17.30 Uhr

Peter Bauhuis: Albert, Kurt, Isaac, Muhamad,  Leonhard, Adam 7 pendants, silver, gold, copper, bronze, 2013
Peter Bauhuis: Albert, Kurt, Isaac, Muhamad, Leonhard, Adam
7 pendants, silver, gold, copper, bronze, 2013