Diana Stegmann: 1. Platz des Hessischen Staatspreises für das Deutsche Kunsthandwerk 2015

Diana Stegmann

Skulpturales Weidengeflecht mit Bodenhaftung

Diana Stegmann, freischaffende Flechtgestalterin, Wendland
Die Jury zeichnet die  Arbeit von Diana Stegmann mit dem 1. Platz des Hessischen Staatspreises für das Deutsche Kunsthandwerk aus. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass Stegmann mit ihrer kreativen Neugier eine der ältesten Handwerkstechniken – das Flechthandwerk – neu interpretiert habe. Sie schaffe es, dass die Weidenflechterei über die sonst erlebte Funktionalität handwerklich weit hinausgehe. Ihre Objekte seien eine hervorragend gelungene Kombination aus handwerklicher Tradition und künstlerischer Moderne.

Als Korbflechterin kann man Diana Stegmann tatsächlich nicht bezeichnen. Eher als Virtuosin in der Flechtkunst, die ihr an der Staatlichen Berufsfach­schule für Korbflechterei in Lichtenfels gelerntes Handwerk mit einem tiefen Verständnis für die Form verbindet und konsequent weitertreibt. „Der Begriff ´Korb´ weist zu sehr auf die Verwendung des Objekts hin – mir geht es in erster Linie um das Material, mit dem ich arbeite: die Weide.“ Stegmann konzentriert sich bei ihrer Materialwahl auf die Weidenrute, da sie traditionell in Europa vorkomme und verarbeitet werde und – trotz eines erstaunlichen Farbspektrums der Objekte – von Stegmann nur in unbehandelter Form Verwendung findet.

Auch technisch entfernt sich Stegmann radikal von der Flechtkunst. Sie verwendet hauptsächlich die Spitzen, und nicht wie traditionell üblich, die längeren Ruten der Weide. In ein Geflecht aus vertikalen Staken arbeitet sie die verhältnismäßig kurzen, daher schwer zu verankernden Weidenspitzen horizontal ein. Sie ragen in festgelegter Länge spitz aus dem Objektkörper heraus, „geben die Innenform nach außen“ und stellen für Stegmann eine „sichtbar gemachte flechterische Bewegung“ dar. Die geschwärzten Enden der Spitzen verstärken die Wirkung der nach außen getragenen Form zusätzlich.

„Meine Objekte sind auf ihre Art sperrig, sie haben etwas Kontroverses in sich.“ Jede Seite zeigt sich anders, bei manchen Objekten ist erst in der Draufsicht die wahre Gestalt des Objekts erkennbar.

Für die Jury steht fest: „Stegmann versteht es meisterhaft, ihre hohe handwerkliche Kompetenz und ihre kreative Gestaltungskraft im Zusammenspiel von Flechten und Material einzusetzen. In jedem ihrer Objekte manifestiert sich eine erstaunliche Kunstfertigkeit und eine hohe Materialästhetik. Die geflochtene Gesamtform des Körpers ist in sich organisch und fließend und vereint den Gegensatz einer weichen Flechtform und einer stacheligen Außenoberfläche in einer außergewöhnlichen Art und Weise.“ (Pressetext Messe Frankfurt)

Ein Artikel über Diana Stegmann, der im Heft 10/2012 Handmade Kultur erschien: http://www.schnuppevongwinner.de/portfolio/schon-verflochten-diana-stegmann

Diana Stegmann - Basket Wave
Diana Stegmann – Basket Wave
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