SCHMUCKwoche München:“Lux is a Dealer“ und „In The Reign of Coyote“ am 16.03.2015

Lux is a Dealer (c) photo Schnuppe von Gwinner

Die Ausstellungen „Lux is a Dealer“ und „In The Reign of Coyote“ markierten sehr anschaulich zwei Aussenpunkte des Spektrums zeitgenössischer Schmuckkunst – dazwischen liegt ein wirklich unüberschaubare Fülle an kreativen, künstlerischen, konzeptionellen, gebastelten, geschmiedeten, collagierten, experimentierten, ironisierten… Schmuck-Kunst-Statments aus aller Welt, die in der vergangenen Woche in München zu besichtigen waren.

Die Schmuckkünstler Alexander Blank, Jiro Kamata und Stefan Heuser – alle ehemalige Meisterschüler von Otto Künzli an der Münchner Akademie und in den vergangenen Jahren mit internationalen Auszeichnungen und Ausstellungen für ihr originelles Schaffen geradezu überhäuft – waren die Organisatoren der Schau „Lux is a Dealer“ im Kunstpavillon. Um die Attraktion ihrer Präsentation noch zu erhöhen baten sie die mindestens ebenso erfolgreich wie sie selbst in der Schmuckszene agierenden Kollegen Kiko Gianocca (CH), Melanie Isverding (D) und Noon Passama (NL) dazu. Ihr gemeinsames Anliegen, ihre international wachsende Reputation im Schmuckbetrieb durch diese Ausstellung nicht nur zu bestätigen sondern auch noch zu steigern, hätten sie eindrucksvoller nicht vorbringen können.

Der Titel der Ausstellung „Lux is a Dealer“ suggeriert, dass es sich um die Auseinandersetzung mit Lichtstärke? mit Bestrahlung? Spotlights? Fluter? … oder die Bräunungsleuchten beim Münz-Mallorca im Sunpoint handle? Es ging eindeutig um den strahlenden Auftritt einer souveränen Gruppe von Schmuckgestaltern, die jeder ihren eigenwilligen, ausdrucksstarken Stil fernab vom Maistream aber umso vorbildlicher gefunden haben. Nun wünsche ich Ihnen für die Zukunft nur noch eine wirklich professionelle Unterstützung in der PR, denn daran fehlt es leider schmerzlich. Nur wer wirklich, wirklich, wirklich interessiert ist, kann fernab des Münchner Märzes diese Schätze heben und mehr über sie erfahren.

Trophies - In The Reign of Coyote!
Trophies – In The Reign of Coyote!

Trophies In The Reign of Coyote“ hieß eine übersichtliche Schmuckausstellung, die der junge US-Amerikaner Steven Gordon Holman initiierte. Seit drei Jahren kennt er die Münchner Schmuckereignisse und tut alles um alle Jahre wieder Teil davon zu sein. Für das kommende Jahr hofft er auf Möglichkeiten im spektakulären Hauptraum des Deutschen Jagd- und Fischerei-Museums in München eine Schau organisieren zu können.

Gemeinsam mit den Schmuckkünstlern Cameron Andersen, Jane Dodd
Aliyah Gold, Akihiro Ikeyama, Lore Langendries, Märta Mattsson, Kerianne Quick, Anna Talbot, Tanel Veenre und Mallory Weston stellte Steven Gordon Holman Schmuckstücke aus, deren Inspiration aus dem Umfeld der Jagd, der Trophäen, der Natur kommt: „Die Jagd ist ein Ritual, ein Weg uns selbst in einen uralten Zyklus einzubringen. Jagend übernehmen wir die Rolle des Machers, das Eine in ein Anderes zu verwandeln. Indem wir dies tun sind wir Schamanen, die Welten, Perspektiven, Identitäten übersetzen.“

Die Schmuckkünstler definieren sich selbst durch ihren sensiblen Umgang mit der Natur. Ihre Arbeiten nutzen die Bedeutung der Trophäe im Gebrauch von Bildern und Materialien aus der Tierwelt um Geschichten und Fablen aus dem Verhältnis der Menschen zu den Tieren zu erzählen.

 

Aktuell läuft noch bis zum 24.März 2015 eine Crowdfunding-Aktion bei kickstarter um einen Katalog zu dieser Ausstellung herstellen zu können – 3000 Dollar sind das Ziel, das gerade noch erreicht werden könnte – es sieht gut aus!