Hella Jongerius: „Als Designerin fühle ich mich verantwortlich dafür, wie Objekte und Materialien unsere Welt, unsere Kultur und unser Menschsein prägen. Sie spiegeln wider, wer wir sind – und wer wir sein möchten.“
Tulga Beyerle, Direktorin Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg: „Hella Jongerius zeigt, dass gute Gestaltung immer auch eine Frage der Haltung ist. In ihren Arbeiten vereint sich ihr Interesse für Handwerk, materialbezogene Forschung und gute Gestaltung, getragen von einem tiefen Verständnis und Respekt für die kulturelle Bedeutung von Dingen. Die Ausstellung lädt dazu ein, Design als eine Praxis zu erleben, die für unsere Welt prägend ist und daher eine hohe Verantwortung übernimmt. Damit berührt ihr Werk zentrale Fragen, die das MK&G seit jeher beschäftigen.“

Wie gestaltet man für eine Welt, die eigentlich schon genug hat? Welche Dinge fördern Wertschätzung und Achtsamkeit statt Konsum und Wegwerfkultur? Mit dem Manifest „Beyond the New: A Search for Ideals in Design“ von 2015 formulierten Hella Jongerius und die Kunst- und Designtheoretikerin Louise Schouwenberg ein Plädoyer für ein langsameres, verantwortungsbewusstes und kulturell verankertes Design. Qualität, Langlebigkeit und gesellschaftliche Relevanz stehen dabei über bloßer Innovation und ständigem Konsum. Diese Fragen stehen bis heute im Zentrum von Jongerius’ Arbeit und bilden den Ausgangspunkt der Ausstellung.
Die Einzelausstellung zeichnet ihren Weg von den frühen Arbeiten in den 1990er Jahren mit dem niederländischen Kollektiv Droog über ihre internationalen Kooperationen mit internationalen Unternehmen seit den 2000er Jahren bis hin zu den freien, skulpturalen Arbeiten der jüngsten Zeit. Dabei wird deutlich, wie Jongerius eine unverwechselbare Formensprache entwickelt hat, die von Vielschichtigkeit, Experimentierfreude und einer besonderen Sensibilität für Materialien geprägt ist.
Die Ausstellung versammelt zahlreiche Arbeiten aus dem umfangreichen Archiv der Designerin, das sich seit 2024 in der Sammlung des Vitra Design Museum befindet. Für Jongerius ist das Archiv mehr als ein Ort der Aufbewahrung: Es steht sinnbildlich für ihre Arbeitsweise und ermöglicht unerwartete Entdeckungen und neue Perspektiven auf frühere Arbeiten. Neben prägenden Entwürfen werden daher auch Skizzen, Muster, Studien und Prototypen gezeigt, die den Entstehungsprozess nachvollziehbar machen und den Blick auf Hintergründe und Querverbindungen des Designs lenken. (Pressetext)
Steintorplatz
20099 Hamburg
Öffnungszeiten: DI – SO 10 – 18 Uhr | DONNERSTAG 10 – 21 Uhr
