Design Parade: Toulon & Hyères (F) bis 30.08.2026

Blanche Mijonnet

Die 2006 unter der Schirmherrschaft von Andrée Putman ins Leben gerufene „Design Parade“ entstand aus einem ebenso einzigartigen wie großzügigen Bestreben: die neuen Gesichter des Designs im Sommer einem breiten Publikum vorzustellen, mit ihm zu teilen und zu fördern. Mit einem Wettbewerb, Fachtreffen und Ausstellungen würdigte das Festival zunächst das Objektdesign in der Villa Noailles in Hyères, bevor es 2016 in Toulon um einen zweiten, der Innenarchitektur gewidmeten Zweig erweitert wurde – den ersten seiner Art.

Zwanzig Jahre später ist das Festival gewachsen und genießt mittlerweile internationale Bekanntheit, bleibt jedoch der Vision seines Gründers Jean-Pierre Blanc treu: Jeden Sommer werden zehn junge Objektdesigner und zehn junge Innenarchitekten aus aller Welt von Jurys aus etablierten Fachleuten ausgewählt und anschließend von der Villa Noailles und ihren Partnern bei der Konzeption, Umsetzung und Verbreitung ihrer Projekte unterstützt. Das Festival beschränkt sich nicht darauf, Talente zu entdecken: Es knüpft enge Verbindungen zwischen den Kreativen, den Handwerkern und dem Fachwissen der Region sowie den Fachleuten der Branche und gibt auf diese Weise aufstrebenden Kreativen die Mittel an die Hand, um von der Idee zur Umsetzung und von der Umsetzung zur Ausstellung zu gelangen.

Lee Jaemo

Zum ersten Mal vereint die Villa Noailles in ihren eigenen Räumlichkeiten – von denen einige zu diesem Anlass ausnahmsweise für die Öffentlichkeit zugänglich sind – die Ausstellungen beider Wettbewerbe, während die Ausstellung „20 + 10: Génération(s) Design Parade“ in Toulon, im Herzen des Kreativviertels, einen liebevollen und kenntnisreichen Blick auf die Geschichte des Festivals als Ort der Wissensvermittlung wirft.
In diesem Jahr choreografieren vier Frauen diese fröhliche Parade. Sofia Lagerkvist und Anna Lindgren vom schwedischen Studio Front leiten die Jury für Objektdesign und haben eine Installation konzipiert, die ihre neuesten Kreationen in Szene setzt – getreu einem konzeptionellen Ansatz, der tief in der Geschichte verwurzelt ist. Im Bereich Innenarchitektur fungiert Laura Gonzalez als Juryvorsitzende und bietet den Preisträgern der Ausgabe 2025 die Möglichkeit, die historischen Räume der Villa neu zu interpretieren.

Huacos verwandelt vorkoloniale Keramik aus den Anden in Objekte der Transkulturation

Unter der künstlerischen Leitung von Julie Liger begrüßt das Festival somit Simon Dupety, der für Objektdesign ausgezeichnet wurde, sowie Thomas Takada und Malo Gagliardini, die für Innenarchitektur geehrt wurden. An ihrer Seite präsentieren die Finalisten des Jahres 2026 ihre Projekte; die Architekten gehen dabei so weit, sich einen Wohnraum in eben diesem Haus vorzustellen – einen, der noch „interessanter zum Wohnen“ ist, wie Marie-Laure und Charles de Noailles vielleicht wieder einmal gedacht hätten.

Schließlich wird, ganz im Sinne des Festivalgeistes, die Farbe zum Leitmotiv dieser Parade. Sie schlängelt sich von Raum zu Raum wie ein buntes Band, das die Strenge der weißen, geometrischen Linien der modernistischen Architektur von Robert Mallet-Stevens ebenso umarmt wie sie ihr widerspricht. Diese von Joachim Jirou-Najou konzipierte Inszenierung prägt den Raum, verbindet die Projekte miteinander und hebt sie hervor. (Pressetext)

VILLA NOAILLES
47 Montée Noailles

F – 83400 Hyères

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag jeweils von 14:00 bis 19:00 Uhr

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