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*Die Ausstellung zeigt Skulpturen aus 2.500 Jahren Bildgeschichte in überraschenden Kontexten, mit Gemälden, Videoinstallationen, Fotografien und Grafiken. Dabei setzt sie einen besonderen Fokus auf den Sammlungs- schatz der Münzen, Medaillen und Plaketten – den »sculptures en miniature« wie sie seit dem ersten Direktor Alfred Lichtwark (1852–1914) in der Kunsthalle auf für ein Kunstmuseum einzigartige Weise gesammelt und aufgefasst wurden. Viele sind Zeugnisse einerseits der großen Kenntnis Lichtwarks der zeitgenössischen französischen Bildhauerentwicklungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts – er sammelte Kunstmedaillen und Entwürfe dafür teils direkt aus den Pariser Ateliers. Andererseits sind sie Zeichen einer Antikenrezeption, die sich schon bei Gründung des Hauses in der klassizistischen Architektur und einer umfassenden Gipsabguss- sammlung zeigte. Die Ausstellung greift das historische Antikenideal auf, zum Beispiel mit Reminiszenzen an die über 60 Jahre andauernde, wechselvolle Präsentation von Gipsabgüssen des 19. Jahrhunderts nach Meisterwerken der Antike, darunter teils überlebensgroße Statuen griechischer Gottheiten. Ehemals im Grün- dungsbestand der Kunsthalle, wurden diese 1980 an die Universität Hamburg zur Forschung und Lehre ab- gegeben. Nun kehren ausgewählte Werke als Leihgabe für zehn Jahre zurück. Zugleich präsentiert SKULPTURAL, wie das Antikenideal künstlerisch hinterfragt wurde und wird: durch pointierte Gegenüberstellungen mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts.
In der Ausstellung begegnen die Kleinstskulpturen und herausragenden (Groß-)Plastiken Meisterwerken aller Medien und Epochen aus der Sammlung. Zudem konnten ausgewählte große und kleine skulpturale Spitzenleihgaben gewonnen werden, so über 25 aus dem Pariser Musée d’Orsay dank einer einzigartigen Kooperation. Diese nimmt historische Fäden auf und führt sie in die Zukunft weiter, so den außergewöhn- lichen Kontakt, den schon Alfred Lichtwark zu dem Pariser Vorgängermuseum geknüpft hatte. Auch hoch- karätige Meisterwerke aus ausgewählten europäischen Privatsammlungen lassen das besondere und viel- gestaltige Profil der Skulpturensammlung der Kunsthalle in Themenräumen erstrahlen. So treten antike Porträts in Dialog mit zeitgenössischer Fotografie, Großplastiken von Auguste Rodin oder Aristide Maillol begegnen Körperabgüssen der 1960er Jahre und Videoarbeiten, unter anderem von Marina Abramović.
Zu Themen wie den Orten der Kunst, zu Gesicht, Gefühl, Gestik in Porträt und Maske eröffnen die skulp- turalen Formen Spielfelder zwischen Dimensionen und Zeiten. Dabei wird die bisher auf 800 Jahre konzen- trierte Museumssammlung der Hamburger Kunsthalle um entscheidende Jahrhunderte und Themenbereiche erweitert.
Neben den neuen Raumerlebnissen ermöglichen neuartige Präsentationsformen, wie z. B. Tischvitrinen, die, in Anlehnung an vom ersten Direktor erdachte Vorbilder kuratorisch konzipiert sind, ein intimes wie kommunikatives Erleben der Kunst. Integrierte, interaktive digitale Stationen vermitteln die Kleinstobjekte mit 3D-Scans, Animationen und Informationen. Dies auch zu besonderen Gegenüberstellungen: So begegnen sich Antike und Moderne bereits im ursprünglich der Göttin Athena gewidmeten Säulensaal, dem heutigen Museumscafé – hier trifft beispielsweise Athenas Attribut, die Eule von einer antiken griechischen Tetradrachme, auf Pablo Picassos aus Ton gebrannte Skulptur Die Eule (1952).
Die neuen Skulpturengalerien erstrecken sich über das gesamte Erdgeschoss – vom klassizistischen Säulen- saal bis in die Rotunde des ersten Neubaus, wo ein neues, ortsbezogenes Auftragswerk den Parcours schließt: Ein fantasievoller, einzigartig auf den Ort und das Ausstellungskonzept eingehender »Wunschbrunnen«, »The Breast Wishing Fountain From Grandma’s Lab« (2026), der französischen Künstlerin Laure Prouvost (*1978), ermöglicht durch die Dr. Heinz H. O. Schröder Stiftung. Schon zu Zeiten der Errichtung des repräsen- tativen zentralen Saales war an dieser Stelle ein Kunst-Brunnen geplant, aber nicht umgesetzt – der Ort ist nun neu zu erleben. (Pressetext)
Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr

