Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ab 1948 begann ein tiefgreifender Wandel. Eine aufblühende Konsumgesellschaft, getragen von Optimismus, Wohlstandsstreben und dem Wunsch nach stabilen Verhältnissen, prägte die Zeit. Farbenfrohe Keramik mit dem selbstbewussten Label „Made in West Germany“ wurde zum Ausdruck dieser neuen Lebenslust.

Gleichzeitig hatte der Boom auch seine Schattenseiten: Nicht selten ging er mit schwierigen Arbeitsbedingungen und umweltschädlichen Herstellungsprozessen einher. Die Ausstellung beleuchtet daher nicht nur die charakteristische Ästhetik dieser Zeit, sondern auch ihre Ambivalenzen – und stellt die Menschen in den Mittelpunkt, die diese prägende Phase der Westerwälder Keramikgeschichte gestaltet haben.

Italien, Griechenland und der Türkei, 1979/1980. Foto Familie Spang.
Zur Ausstellungseröffnung am 8. Mai um 19 Uhr begrüßen Landrat Achim Schwickert und Museumsleiterin Dr. Nele van Wieringen die Gäste. Im Anschluss spricht Dr. Denis Bousch, Université Paris-Est Créteil, über das „Wirtschaftswunder“ der Keramikindustrie, das sich als gesamteuropäisches Phänomen verstehen lässt. Gemeinsam mit Dr. Jörn Garleff hat er die keramische Entwicklung in Frankreich und Deutschland nach 1950 vergleichend untersucht; die Ergebnisse wurden bereits in den Musées d’Art et d’Industrie in Saint-Étienne präsentiert. Abschließend gibt Kuratorin Annette Zeischka-Kenzler, M.A., weitere Einblicke in die Ausstellung.

Ein umfangreicher zweisprachiger Begleitband vertieft die präsentierten Inhalte und bietet zusätzliche Einordnungen.
Keramikmuseum Westerwald
Deutsche Sammlung für Historische
und Zeitgenössische Keramik
Lindenstraße 13
56203 Höhr-Grenzhausen
Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 bis 17 Uhr
