Wolle. Seide. Widerstand: Frankfurt a.M. bis 24.05.2026

Faig Ahmed, „Doubts?2020“, 2020, Wolle, handgeknüpft, 460×160×320 cm © Doubts?2020. Faig Ahmed. Image Courtesy of Faig Ahmed Studio and Sapar Contemporary

Mit der Ausstellung Wolle. Seide. Widerstand. widmet sich das Museum Angewandte Kunst nach 45 Jahren erstmals wieder ausschließlich dem Thema Teppich – in einer Zeit, in der sich das große Interesse an handgefertigten Textilien aller Art im Übrigen in einer auffallenden Anzahl an internationalen Ausstellungen widerspiegelt.

Johannah Herr, „American War Rug XVII (Hawaii, 1893)“, 2022, Acryl, Wolle, getuftet, 160×91,5 cm
Foto: Mareike Tocha
© Courtesy of the artist and Gaa, New York + Cologne

Die Ausstellung präsentiert Teppiche internationaler, zeitgenössischer Künstler:innen, die sich mit Themen des politischen Widerstands, individueller und kollektiver Resilienz sowie Resistenz befassen. Ihr Widerstand richtet sich gegen als illegitim empfundene Herrschaftsordnungen und Machtausübungen, gegen Traditionalismus, Diskriminierung, Rassismus, Traumata oder Umweltzerstörung. Die Teppiche der Künstler:innen fungieren somit als plakative Medien für gesellschaftspolitischen Kommentar. In gleicher Radikalität sprengen sie mitunter die Grenzen der Flächigkeit: Sie loten die Möglichkeiten des Dreidimensionalen aus, und entfalten sich als textile Skulpturen und immersive Erfahrungsräume, die sich durch ihre affektive Qualität an gegenwärtigen Lebensprozessen beteiligen.

Diedrick Brackens, „horse hoop“, 2023, Baumwolle und Acryl, handgewebt, 269×273 cm
© Diedrick Brackens. Courtesy of the artist, Jack Shainman Gallery, New York

Die Ausstellung zielt darauf ab, Teppiche nicht aus einem stilgeschichtlichen Blickwinkel zu betrachten, sondern sie vielmehr im Interesse einer Entwicklungslinie zu zeigen, die außerhalb einer traditionellen westlichen Teppichforschung steht. Schon der Titel deutet auf neue Fragestellungen hin: Kann etwas Widerständiges in und mit textilen Materialien stattfinden?  Und wenn ja, auf welche Weise verkörpern dann gerade Teppiche eine „Ästhetik textilen Widerstands“? Diesbezüglich stehen jene Perspektiven der mit jüngsten Werken aus dem ersten Viertel des 21. Jahrhunderts vertretenen internationalen Künstler:innen im Fokus der Ausstellung, die im Teppich, der zum offenen Kunstobjekt geworden ist, mit unterschiedlichen Aspekten von Widerstand einhergehen. Was aber macht dieses Medium für Künstler:innen so interessant, um über Widerstand nachzudenken, und dabei mitunter verflochtene Themen durch Knoten, die Kette und den Schuss, oder mit der Tuftpistole auszuloten?

In der Ausstellung werden ausgewählte Werke folgender Künstler:innen präsentiert:

Faig Ahmed, Diedrick Brackens, Johannah Herr, Jan Kath, Baseera Khan, Alexandra Kehayoglou, William Kentridge, Noelle Mason, Otobong Nkanga, Tobias Rehberger, Erin M. Riley, Tsherin Sherpa, Rose Stach, Nasan Tur, Jeroen van den Bogaert

Museum Angewandte Kunst

Schaumainkai 17, 60594 Frankfurt

Öffnungszeiten: Di, Do–So 10–18 Uhr, Mi 10–20 Uhr

> Programm zur Ausstellung