Schiffsförmige Trinkgefäße und Tafelaufsätze gehören zu den außergewöhnlichsten Schöpfungen der Goldschmiedekunst um 1600. Prachtvoll und detailreich erzählen sie von höfischer und patrizischer Tafelkultur sowie von Schiffbau und Seefahrt. Sie sind Symbole einer Zeit früher Globalisierung und Kolonialisierung. Mit großartigen Arbeiten des Kunsthandwerks, Gemälden, Grafiken, kostbaren Manuskripten, Karten und Navigationsinstrumenten zeigt die Ausstellung „Traumschiffe der Renaissance“ die verbreitetsten Schiffstypen und begehrtesten Handelsgüter jener Zeit. (Pressetext)
In dieser Ausstellung wird man in eine Zauberwelt entführt. Unfassbare Handwerkskunst, Kostbarkeit, Detail- und Erzählfreude der Silber- und Goldschmiede, vorrangig aus Augsburg und Nürnberg, prägt diese wunderbaren Schiffe, die hier durch die Vitrinen segeln. Mit vielen technischen und narrativen Raffinessen überraschen sie uns Spätgeborene – diese Schiffe waren damals ein wahrer Luxus, der kaum mehr zu steigern war.
DAS GOLDENE SCHIFF DER LUDWIG-MAXIMILIANS-UNIVERSITÄT MÜNCHEN

Im Dezember 1594 schenkte der junge Erzherzog Ferdinand von Österreich (1578-1637), der spätere Kaiser Ferdinand Il., der Universität Ingolstadt einen silbervergoldeten Pokal in Form eines Schiffs. Mit dem kostbaren Trinkgefäß bedankte er sich für die fünfjährige Studienzeit, die er dort bei den Jesuiten verbracht hatte.
Bei besonderen Festen der Universität wurde das sogenannte Goldene Schiff tatsächlich als Trinkgefäß benutzt.
In der Zeit der Aufklärung verschwand dieser Brauch. Im Jahr 1800 wurde die einzige bayerische Universität nach Landshut und von dort 1826 nach München verlegt. Das Schiff reiste mit. Es kam hier von 1830 bis in die 1960er-Jahre bei den jährlichen Stiftungsfesten der Universität wieder als Trinkpokal zum Einsatz. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Goldene Schiff schwer beschädigt und 1954 umfassend restauriert.
Zusammen mit der Rektorkette und zwei Szeptern gehört das Goldene Schiff zu den historischen Insignien der Ludwig-Maximilians-Universität München. Heute befindet es sich als Dauerleihgabe im Bayerischen Nationalmuseum und lieferte den Impuls für diese Ausstellung. (Ausstellgs.Text)
Bayerisches Nationalmuseum
Prinzregentenstraße 3
80538 München
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr | Donnerstags von 10 bis 20 Uhr
