LOEWE FOUNDATION Craft Prize 2022 – 30 Finalisten

Jury des LOEWE CRAFT PRIZE 2022

Nach der Sichtung von über 3100 eingereichten Arbeiten aus 116 Ländern und Regionen auf der ganzen Welt freut sich die LOEWE FOUNDATION, die 30 Finalisten des LOEWE FOUNDATION Craft Prize bekannt zu geben.  Diese wurden von einer Expertenjury in Madrid, der auch der deutsche Künstler Peter Bauhuis als Finalist aus dem Jahr 2021 angehörte, ausgewählt.

Die Künstler und Kunsthandwerker, die als Finalisten ausgewählt wurden, repräsentieren erlesene Handwerkskunst aus aller Welt. Besonders stark ist die Republik Korea mit sieben Künstlern vertreten, darauf folgend gleichauf das Vereinigte Königreich und Deutschland mit jeweils vier Repräsentanten. Jeweils zwei kommen aus Japan, Schweden und Südafrika. Darüber hinaus zeigen Künstler aus den Ländern Brasilien, Chile, China, Elfenbeinküste, Finnland, Frankreich, Spanien, Taiwan und Australien spektakuläre Werke. 

Der bzw. die GesamtsiegerIn wird am 30. Juni in Seoul bekannt gegeben, gefolgt von einer Ausstellung aller in die engere Wahl gekommenen Werke der ausgewählten Finalisten im Seoul Museum of Craft Art, die am 1. Juli eröffnet wird.

Beate Leonards

Unter den Finalisten ist die deutsche Silberschmiedin Beate Leonards mit einer Vase aus Tombak (einer Messinglegierung mit 85 % Kupfer und 15 % Zink) geschmiedet, das aus sieben asymmetrischen Ringen zusammengesetzt, gehämmert, gestapelt und zusammengelötet wurde, und anschließend sorgfältig poliert und patiniert. Die Technik erfordert eine Beherrschung des Materials, die durch die teilweise Asymmetrie der Form noch verstärkt wird. Die Komposition verleiht dem Werk ein Gefühl der optischen Bewegung und des wechselnden Gleichgewichts.JuliaObermaier

Auch die Schmuckgestalterin Julia Obermaier konnte sich mit ihren Arbeiten durchsetzen.  Anders als bei konventionellen Schmuckstücken, bei denen der Stein die Edelmetalle ergänzt, die den strukturellen Träger bilden, wurden bei diesem Stück Edelsteine verwendet, um die gesamte Brosche zu gestalten. Dünne Scheiben farbiger Edelsteinfragmente wurden geschichtet und übereinandergelegt, um Abschnitte mit kontrastierender Opazität zu schaffen, und mit farbigem Harz zusammengefügt.

Konrad KoppoldDer Drechsler Konrad Koppold überzeugte die Jury mit der archaischen Form seines Gefäßes, das  in der Tradition des deutschen Kunsthandwerks steht und mit der Asymmetrie spielt, indem sie sich um vier verschobene und geneigte Achsen dreht, um die Geometrie in die natürliche Form zu bringen. Geleitet von der Maserung und den Eigenschaften des Holzes aus dem Wurzelbereich eines ausgewachsenen Baumes wurde das Gefäß mit der Technik der Eisenbeize ebonisiert, um eine Vertiefung der Farbe zu erreichen, innen fein geschliffen, um eine glatte Oberfläche zu erhalten, und außen gebürstet, um die lebendige Struktur des Holzes sichtbar zu machen.

Vera SiemundSchliesslich noch die Schmuckkünstlerin Vera Siemund mit „Dornröschen“. Dieses Collier aus handgesägtem Stahl kombiniert historische Architekturmotive wie Kuppeln und Pavillons und ist mit Zierkronen und Brombeerdornen verziert. Das Material ist eine Anspielung auf den Berliner Eisenschmuck, der im 19. Jahrhundert populär wurde, als die Edelmetalle zur Finanzierung des napoleonischen Krieges verwendet wurden. Die Elemente sind durch eine Silberkette mit einem Verschluss aus in Silber gefassten Korallenrosen verbunden.

Diese und 26 weitere Finalisten aus der ganzen Welt werden mit ihren vielfältigen und spannenden  Objekten auf derHomepage der LOEWE FOUNDATION vorgestellt. An dieser exklusiven Auswahl wird deutlich wie herausfordernd schon die Nomierung zu diesem mit 50.000,00 € dotierten Preisgewesen sein muss! Herzlichen Glückwunsch!