Cécile Feilchenfeldt wird mit dem Justus Brinckmann Preis 2021 ausgezeichnet

Cecile Feilchenfeldt portraitiert von Aurelie Cenno | Quelle: https://mkgmesse.de

„Ich entwickelte eine wirklich schöne Freundschaft mit Strickwaren und der Strickmaschine. Doch gleichzeitig respektiere ich auch meine Liebe zum Weben – das erklärt meine Herangehensweise an das Stricken,“ erklärt Cécile Feilchenfeldt in einem Interview.

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Cécile Feilchenfeldt, Knitted Jewelery Project | Foto Aurelie Cenno

Mit Hilfe eines Fadens und 380 Nadeln erfindet sie Bänder, Formen und bewegte, tragbare Skulpturen in exquisiter Farbigkeit. Ein einzelner Faden, der die Maschine durchläuft, bis sie entscheidet wann sein Weg vollendet ist. Er bildet das Netz – eine Abstraktion, eine Zeichnung ohne Papier. Doch es ist auch ein Risiko: Wenn der Faden reißt, verschwindet die Zeichnung. Wenn ein Stich fällt, hinterlässt er eine Spur. Ihre inspirierenden Kreationen sind das Ergebnis einer geradezu überbordenden, poetischen Kreativität die alle Elemente erfasst: die Komposition aus Farben und Strukturen und dreidimensionaler Wirkung.  Sie entdeckt ungewöhnliche Materialien für die Strickmaschine, bearbeitet diese in unterschiedlichsten Prozessen um sie in Farbe und Form neuartig zu verbinden. Sehr viel Erfahrung, Knowhow und mutige Experimentierlust mischt sich hier mit einem Quäntchen Zufälligkeit.

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Cécile Feilchenfeldt, Knitted Jewelery Project | Foto Aurelie Cenno

Cécile Feilchenfeldt studierte an der Zürcher Hochschule der Künste Textildesign und konnte ihren Traum als Textildesignerin zu arbeiten verwirklichen, als sie 1998 den Micheline- und Jean-Jacques Brunschwig-Preis gewann. Mit dessen Dotation von 20’000 Franken gründete sie im Jahr 2000 ihre Strickwerkstatt in Paris und legte damit den Grundstein für ihren wunderbaren Erfolg. Seither ist sie die Meisterin in ihrem Königreich, das sie ganz nach ihrer eigenen Intuition regiert. Doch sie erfüllt auch gerne die Wünsche der Modeschöpfer und Designer, die ihr Können und damit ihre experimentierfreudige Fantasie in Anspruch nehmen.

Im Jahr 2018 wurde sie mit dem Schweizer Grand Prix Design ausgezeichnet, im im Frühjahr 2019 kam auch einen Bayerischen Staatspreis im Rahmen der Exempla/IHM hinzu. Ihr Werk wurde durch inspirierend unkonventionelle Stoffkreationen für die Haute Couture bekannt. Nun kreierte sie auch eine eigene Kollektion textiler Schmuckunikate „KNITTED JEWELERY PROJECT“, die sie auch auf der MK&G messe im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe vorstellt. ©Schnuppe von Gwinner

Am Abend des 23. Novembers erhielt die Textildesignerin Cécile Feilchenfeldt während der Eröffnung der MK&G mess den renommierte Justus Brinckmann Preis, dotiert mit 7.500 €.  Alle 72 Aussteller*innen, die zuvor von eine Fachjury ausgewählt wurden, waren nominiert.

> Nähere Informationen zur Preisträgerin unter: www.cecilefeilchenfeldt.com

Die Begründung der Jury lautet: „Die gebürtige Schweizerin und in Paris arbeitende Cécile Feilchenfeldt sprengt mit ihren außergewöhnlichen Kreationen und ihren eigens entwickelten Verfahren die Grenzen der traditionellen Stricktechnik. Mit ungewöhnlichen Materialkombinationen aus synthetischen und natürlichen Fasern entwickelt sie Textilien, die einerseits als eigenständiges Schmuckstück und andererseits als Ausgangspunkt für großartige Modeentwürfe dienen können. Ihre Werke zeichnen sich durch Farbgewalt, Volumen und experimentellen Mut aus.“

>HIER geht es zu dem wunderbaren Essay

„Die Seele hängt an einem Faden“ von Isabelle Cerboneschi

sowie zu einem ausführlichen Interview

mit Cécile Feilchenfeldt.

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Cécile Feilchenfeldt, Knitted Jewelery Project | Foto Aurelie Cenno
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Gina Nadine Müller, Objekt, Rosa Opal, 11cm*9cm*4cm, 2019 © Gina Nadine Müller

Weiterhin entschied die Jury über die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Förderpreises an Gina Nadine Müller aus Idar-Oberstein. Die Justus Brinckmann Gesellschaft fördert mit dieser Auszeichnung hochtalentierte Nachwuchskünstlerinnen und Nachwuchskünstler aus dem Bereich des Kunsthandwerks und gestaltenden Handwerks. Aus der Begründung: „Gina Nadine Müller hat 2019 ihren Bachelor in Idar-Oberstein im Fach Edelstein/Schmuck gemacht und absolviert im Moment einen Masterstudiengang. Steine sind Gina Nadine Müllers Ausgangsmaterial, das sie spannend und berührend ganz neu denkt, oft in körperlich anmutenden Formen, intim, verletzlich und subtil. Harter Stein wird unter ihren Händen zu weicher Haut.“

> Nähere Informationen zur Preisträgerin unter: http://www.letsgetastonished.com

Die MK&G messe zeigt noch bis zum 28. November eine Vielfalt von Material, Technik und Gestaltung frische Perspektiven auf traditionelle Handwerkskünste. Für die Gestaltung der Messestände konnte das renommierte Creative Studio Chmara.Rosinke aus Berlin gewonnen werden. Mit der renommierten Marke Křehký aus Prag ist erstmals ein internationaler Design Ambassador an Bord, der limitierte Auflagen von Kunsthandwerker*innen aus Tschechien, den Niederlanden und Kanada mitbringt. Rahmenveranstaltungen führen in die Kunst des Schmucksammelns ein, diskutieren „aktuelle textile Positionen an der HAW Hamburg“ oder beschäftigen sich mit dem Thema „Kunsthandwerk als Investition“. Die Besucher*innen der MK&G messe können sich auf einen attraktiven, spannenden und exzellenten Marktplatz für internationales Kunsthandwerk freuen.(Pressetext)