„Flora, Fauna, Fabelwesen. Malerei auf Keramik. Grita Götze, Heidi Manthey, Sonngard Marcks: Schloß Köpenick vom 25.04. bis 03.10.2021

Die diesjährige  Sonder-Sommerausstellung des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin im Schloß Köpenick – einem barocken Kleinod im Südosten von Berlin – widmet sich den zeitgenössischen Keramikerinnen Grita Götze, Heidi Manthey und Sonngard Marcks, in deren Werk Malerei und Keramik eine besondere Symbiose eingehen. In den meisterhaft gemalten Dekoren lassen sie einen ganzen Mikrokosmos aus Blumen, Gräsern, Früchten, Insekten und Amphibien entstehen. Historisch inspirierte Fabelwesen und Ornamente gesellen sich hinzu. Die rund 80 Exponate sind in die Dauerausstellung des Schloss Köpenicks integriert, die exquisite Exponate als Beispiele der Raumkunst von Renaissance bis Rokoko zeigt. Die Besucher*innen können sich auf eine Entdeckungstour durch die Epochen begeben – wenn die Museen wieder auf haben.

Flora_Fauna_Fabelwesen

Der Katalog zur Ausstellung

Claudia Kanowski
Flora, Fauna, Fabelwesen, Malerei auf Keramik: Grita Götze, Heidi Manthey, Sonngard Marcks
Paperback, 66 Seiten
Staatliche Museen zu Berlin
Preis: 10,00 €
Der Katalog ist über den Webshop der SMB zu beziehen und unterstützt die Museen.

 

Grita Götze, Vase „Kapuzinerkresse“, 2019, Keramik mit Engobemalerei, © Grita Götze, Foto: Klaus E. Göltz, Halle (Saale)

Grita Götze (geb. 1959 in Schlema) und Sonngard Marcks (geb. 1959 in Eisleben) haben in den 1980er-Jahren bei Heidi Manthey (geb. 1929 in Leipzig) an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (Saale) studiert, wo Manthey 30 Jahre zuvor selbst Studentin war. Alle drei beherrschen die diffizile Technik der Fayence-, Porzellan- und Engobemalerei wie heute nur noch ganz wenige. Damit führen sie eine jahrhundertealte Tradition in die Gegenwart fort und beleben sie neu.

Heidi Manthey, Sirene mit Kelch, 1984, Porzellan, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Dietmar Katz

Inspiration für ihre gegenständliche Malerei schöpfen sie aus der genauen Naturbeobachtung, aus historischen Vorbildern und –  im Falle von Heidi Manthey – aus der antiken Mythologie. Die Leuchtkraft der mit der Glasur verschmolzenen Farben verleiht den Motiven eine besondere Präsenz und Ausdruckskraft. Die Formen sind dabei weit mehr als nur Bildträger, sie korrespondieren mit den Dekoren. So entsteht ein spannungsreicher Dialog zwischen Oberfläche und Gefäß, ein Wechselspiel zwischen zwei- und dreidimensionaler Wirkung. Fast sämtliche der gezeigten Keramiken sind Unikate. Nicht die Funktionalität steht hier im Mittelpunkt der Gestaltung, sondern die freie künstlerische Aussage. Teekannen werden zu kleinen Bildwerken auf Sockeln, Vasen zu Skulpturen und Teller zu Wandobjekten.

Sonngard Marcks, Teller „Scherbengericht“, 2016, Fayence, © Sonngard Marcks, Foto: Rolf Maidorn, Wolfenbüttel

In der Präsentation ergeben sich zahlreiche Querverbindungen zwischen den rund 80 Keramiken der Sonderausstellungen und den permanent gezeigten historischen Exponaten des Schloss Köpenicks. Auch die aufwendigen barocken Stuckdecken mit ihren täuschend echt gestalteten Früchten, Pflanzen und Figuren lassen Bezüge zu den keramischen Malereien von Grita Götze, Heidi Manthey und Sonngard Marcks erkennen. Den Kern der Ausstellung bildet der Bestand des Kunstgewerbemuseums an Keramiken von Heidi Manthey. Leihgaben aus dem Besitz der drei Künstlerinnen und aus privaten Sammlungen ergänzen die Präsentation. (Pressetext)

Ein Rahmenprogramm rundet die Präsentation ab.

Schloß Köpenick
Schloßinsel 1
12557 Berlin

Öffnungszeiten: bitte aktuell erfragen wann das Schloss wieder geöffnet hat