KARL FRITSCHRUBY GOLD‘: Seubersdorf i. d. Opf. vom 12.09. bis 18.10.2020

Karl Fritsch gehört zur internationalen Avantgarde auf dem Gebiet des künstlerischen Schmucks. Der gelernte Goldschmied ist bekannt für seine kühnen Arbeiten, die sich über alle Konventionen des traditionellen Schmucks hinwegsetzen. Sein Umgang mit Materialien und Formen stört die Welt des Schmucks. Er durchbohrte einen mehrkarätigen Diamanten mit einem Laser und befestigte den Edelstein mit einem alten, rostigen Nagel an einem Goldring. Er baute extravagante und auffällige Ringe aus gewöhnlichen Materialien wie Aluminium und synthetischen Steinen. Er graviert „Verpiss dich“ auf einen antiken byzantinischen Ring.

In aufwendigen Verfahren schafft Fritsch Schmuck und Skulpturen, die eine spielerische Leichtigkeit ausstrahlen. Sie haben oft einen Sinn für Improvisation und eine fast kindliche Faszination für das Unerwartete. Karl Fritsch ist der Liebling der künstlerischen Schmuckszene, seine Werke werden nicht nur getragen, sondern auch in vielen Museumssammlungen ausgestellt und seine Ringe sind als Sammlerstücke gefragt.
Indem der Künstler Grenzen über das hinausschiebt, was herkömmlich mit „Schmuck“ assoziiert wird, erforscht er das Exzentrische und schafft so einen tiefgründigen Ausdruck von Individualität. Einzigartig, wie die Person, die ihn trägt!

Mit einem Klick: Karl Fritsch: A studio visit in New Zealand

Galerie Zink
Waldkirchen 2
92358 Seubersdorf

Öffnungszeiten: Sonntags 14.30–6pm, und immer nach Vereinbarung, Tel. +49 170 2940588

Anlässlich der Ausstellung gibt die Galerie Zink zusammen mit dem arnoldschen Kunstverlag ein neues Buch heraus, das einen detaillierten Blick auf die Werke von Karl Fritsch feiert. Das Buch wird Ende dieses Monats erhältlich sein.

Karl Fritsch (geb. 1963), der Meister des extravaganten Rings, meldet sich zurück mit einer Publikation, die uns in seine Welt zieht. Ruby Gold ist ein reduziertes Buch ohne Essays, ohne Seitenzahlen, ohne „Schnickschnack“. Dafür beinhaltet es 81 Ringe der letzten 20 Jahre mit eingebetteten Edelsteinen oder eingängigen Claims wie „Fuck Off“ oder „Nudelsuppe“.
Die unerreichte Materialbeherrschung und Aussagekraft des Schmuckkünstlers zeigt sich in jedem einzelnen Ring. Jedes Stück hat eine gewaltige Stärke, resultierend aus der gleichzeitig filigranen wie archaischen Behandlung der Edelmetalle: Karl Fritsch schnitzt in Silber, hobelt in Gold, setzt seine Rubine und Zirkonia, wie ein Kind einen Kuchen verzieren würde – selbstbewusst und ohne Rücksicht auf Verluste.
Zwischen den im Detail gezeigten Ringen lässt Fritsch Ring und Finger miteinander in ironischen Dialog treten: „Ring: Ich bin Kunst. / Finger: Noch schlimmer.“ oder „Ring: Ich bin ein Ring. / Finger: Du bist untragbar.“