Voice of Bornholm – Art from a World Craft Region: Kopenhagen vom 10. bis 26. 01.2019

Mit einer Ansprache  von Lars Kærulf Møller, Direktor des Kunstmuseums Bornholm. wird die von Bettina Köppe Contemporary kuratierte Ausstellung Bornholmer angewandter Künstler am 10.Januar 2019 in Kopenhagen eröffnet.

Im Jahr 2017 wurde Bornholm als erster Platz in Europa mit dem prestigeträchtigen Titel World Craft Region ausgezeichnet. Der Titel wird unter anderem deshalb gegeben, weil die Insel sowohl ein Museum als auch eine Konzentration der Kunsthandwerks-, Glas- und Keramikausbildung sowie eine Verdichtung der darstellenden Kunsthandwerker hat. Die Ausstellung im Officinet zeigt Arbeiten von 8 Handwerkern, die alle auf der Insel arbeiten.

Die Ausstellung „Voice of Bornholm“ untersucht den Einfluss der Einheimischen auf die auf Bornholm geschaffenen Kunstwerke.

In der Vergangenheit hatten die Bornholmer Keramiken eine große nationale Bedeutung. Die Nachkommen der Keramikfirma L. Hjorth, die beiden Schwestern Lisbeth Munch-Pedersen und Gertrud Vasegård, gehörten zu den ersten, die an der Kunstgewerbeschule in Kopenhagen unterrichtet wurden. Die beiden gründeten 1933 in Gudhjem eine gemeinsame Werkstatt und wurden die ersten Kunsthandwerker auf der Insel. Ihre künstlerischen Interpretationen der Bornholmer Töpfertradition und der dänischen Natur hatten für die dänische Werkstattkeramik eine große Bedeutung. Die beiden Keramikerinnen entwickelten eine Sprache, deren Einfluss für die internationale Anerkennung der dänischen Keramiken ausschlaggebend war. Lisbeth Munch-Pedersen arbeitete mit Hinweisen auf die dänische Folklore und ließ sich wie ihr Großvater L. Hjorth von Steinbögen inspirieren.

Aussteller:
Michael Geertsen neueste Arbeit, „Stone Age Decon“, ist eine Fortsetzung dieser historischen Tradition. Hier werden sechs plattenartige Wandobjekte an keramischen Nachbildern von Hauptwerken aus der Trichtertopfkultur aus der Steinzeit befestigt. Die Arbeit ist in einer Skala von weiß bis dunkelgrau als stilisierte Farbwiedergabe der Bornholmer Felsen glasiert.

Der Ton als natürliches Material und der Bezug zur Erde ist das Thema der großen Schalen von Nynne Rosenkrantz Christiansen, Hier wird Ton als Kunststoff verarbeitet und hinterlässt deutliche Spuren der Begegnung der Hand mit dem Material. Bei den Glasuren handelt es sich um Kristallglasuren, die oft naturähnlich sind und an Eiskristalle und fraktale Formationen erinnern.

In den Keramikwerken von Christina Schou Christensen  ist der Prozess im Ofen das Motiv. Ihre Arbeiten veranschaulichen die Erwärmung der Elemente. Hier ist das Design nicht entworfen, sondern die Arbeiten zeigen den Prozess, ähnlich dem, wenn die Bornholmer Felsen klare Spuren des Eisentzugs zeigen.

In Morten Klitgaards neuester Glashütte kommt es zu einem hohen Kontrollverlust. Morten untersucht und erweitert die Grenzen des visuellen Ausdrucks des Glases, indem er mit der Bearbeitung der Oberflächen seiner Werke experimentiert. Das große Schwarzglasvolumen wird in eine Form geblasen. Die anschließend aufgebrachte Textur bildet zusammen mit der Oberfläche / Mattheit der Oberfläche eine organische Oberfläche, die vom Klarglas weit entfernt ist.

Tyge Axel Holm behält die Kontrolle über Form und Oberfläche. Er zeigt Holzkästen, die  auf die Dänisch / Japanische Ästhetik zurückgreifen. Seine Arbeiten sind mit Bornholm verbunden, weil der Baum, den er verwendet, von der Insel stammt.Er beginnt mit einem ganzen Baum und endet in den schönsten Boxen. Jede Kiste beinhaltet die Erzählung der Fähigkeit des Menschen, Naturmaterialien für Gebrauchsgegenstände oder um unsere schönsten Schätze zu beherbergen.

Es ist dieselbe Dualität zwischen kontrollierter Form und taktiler Oberfläche, die das Motiv von Per Suntums  und Kaori Juzus Schmuck ist. Hier sind die Materialien edel:  Gold, Silber und Edelsteine, aber auch Emaille und rekonstruierte Korallen. Ihre Arbeiten sind eine Fortsetzung der langen Tradition der dänischen Handwerker-Inspiration aus Japan, die seit den 1870er Jahren besteht und im dänischen Design und der handwerklichen Identität des 20. Jahrhunderts eine große Bedeutung hatte. Bornholms Töpfer Gertrud Vasegård muss als primärer Vertreter des dänischen Japaneseismus angesehen werden, und Per Suntum und Kaori Juzu präsentieren diese Tradition auf der Insel. (frei übertragen nach dem dänischen Pressetext)

Danske Kunsthåndværkere & Designere
Officinet
Bredgade 66
Kopenhagen K.

Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag: 12-17 Uhr. Sonntag und Montag geschlossen.