Betty Woodman 1930 – 2018

Als erster weiblichen Künstlerin gelang es Betty Woodman im Sommer 2006 mit einer Retrospektive im Metropolitan Museum of Art in New York geehrt zu werden! Nun starb sie am 3. Januar 2018 im Alter von 87 Jahren, wie ihre New Yorker Galerie Salon 94 bekannt gab.

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Installation view of “The Art of Betty Woodman,” 2006, at the Metropolitan Museum of Art, New York.

Als Studentin an der Alfred University’s School for American Craftsmen, begann Betty Woodman Geschirre und dekorative Gebrauchskeramik zu machen. Doch seit den fünfziger Jahren entwickelte sie auch keramische Skulpturen, mit denen sie die Grenzen des Mediums sprengte.  Ebenso inspiriert von antiken römischen und etruskischen Gefässen wie von neuzeitlichen, mediteranen Stilen (sie lebte seit den 60ger Jahren halb in der Toskana und seit den1980 halb in New York) widersetzten sich Woodman’s Arbeiten oft jeder Kategorisierung.

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So kam auch der Erfog recht spät für sie. “ Als ich damit begann war Keramik einfach nicht das Medium aus dem Kunst gemacht wurde. Die Menschen mochten meine Arbeiten, kauften sie, aßen davon – aber das hatte nichts mit Kunst zu tun sondern mit Handwerkskunst.“ berichtete sie in einem Interview der Zeitung the Guardian, das am 9.Juli 2016 veröffentlicht wurde. (sehr lesenswert!)

Ihre erste Einzelausstellung in England hatte sie 2015 am Institute of Contemporary Arts in London. Ein Jahr später wurde sie von der Liverpool Biennial beauftragt eine dauerhaft zu installierendes Werk für die Stadt zu schaffen: einen 50 Fuß breiten Brunnen auf der Plattform eines Lüftungskamins gegenüber einem Art Deco Gebäude,das sie zu einer ägyptisierenden Formen- und Motivsprache für ihren Brunnden inspirierte – siehe Video.

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Betty Woodman wurde 1930 in Connecticut geboren. 1953 heiratete sie den Maler George Woodman. Zeitlebens pflegte sie einen dekorativen, bunten, überschwenglichen und radikalen Stil.“ Viel Kunst entsteht um das Bewußtsein für die Schrecken dieser Welt zu wecken, “ sagte sie,“ Aber das ist nicht das, worauf es mir ankommt. Schönheit ist ein sehr wichtiger Teil meiner Arbeit! Ich möchte mich selbst verführen.“

Mit der unkonventionellen Frische und Spontanität ihrer Werke hat sie auch ihr Publikum verführt, das sie, gleich ob früher oder später, als Künstlerin entdeckte und anerkannte.

© Schnuppe von Gwinner

Interview der Zeitung the Guardian

Betty Woodmanns Werke bei Galerie Salon 94, New York