Ruudt Peters – BRON : Ausstellung in Apeldoorn (NL) bis 28.01.2018 & das Katalogbuch

Ruudt Peters (geb. 1950) ist ein wegweisender Vorreiter der konzeptuellen Schmuckkunst, der traditionelle Definitionen von Schmuck durch die Überschreitung der Grenzen von Kontext, Tragbarkeit, Material und Präsentation infrage stellt. Aus Anlass seiner großen Retrospektive gibt er erstmals einen vollständigen Überblick über sein 44 Jahre umfassendes Schaffen.(Pressetext)

Im niederländischen CODA Museum Apeldoorn wird aktuell das Lebenswerk des Künstlers Ruudt Peters im Kontext einer eigens von ihm konzipierten Installation präsentiert. Seit den neunziger Jahren zeigt er seine jeweils neuen Kollektionen in logischen und stimulierenden Zusammenhängen, Installationen und Performances, die den Schmuckstücken ebenso viel Bedeutung beimessen wie ihrer Präsentation.

Seine Erkundungen über das Wesen und Mysterium menschlicher Existenz bilden das Fundament seiner Arbeit. Fremde Kulturen, Philosophie, Religion und Materialien untersucht und interpretiert er in alle Richtungen, ein weit verzweigtes Netzwerk an Inspirationen und Ideen entwickelnd.

Es geht ihm um mehr als alles, was sich emotional mit Schmuck, oder dem was Schmuck zu sein vorgibt, verknüpft. Geradezu spielerisch, leichtherzig und bewegend findet er immer wieder neue Ansätze an bestimmten Emotionen zu rühren, selbst völlig begeistert über den geradezu mystischen Prozess, den die Umsetzung von Ideen in Materie und Form bedeutet.

Die Ausstellung wird von einem üppigen Katalogbuch begleitet, dessen Chronologie und übersichtliche Struktur den überwältigenden Ideenreichtum, die Überfülle an Assoziationen und Kreationen dieses Ausnahmekünstlers zu Gunsten des Betrachters und Lesers bändigt.

Das Buch ist ein eigenständiges Werk. In Texten, Abbildungen und attraktiven Videoclips die man einfach über QR Codes aufrufen kann, wird der Leser in das Universum des Ruudt Peters entführt. Im Interview mit Marina Elenskaya (Current Obsession) kommt der Künstler zu Wort. Darüber hinaus führen ihre präzisen, einzelnen Kapiteln/Werkgruppen zugeordneten Texte sowie ein Essay des Schmuckkünstlers Aaron Patrick Decker, in die Gedanken- und Ideenwelt von Ruudt Peters ein. Großformatige Fototafeln dokumentieren die Chronologie der Werkgruppen mit repräsentativen Schmuckstücken. Die ergänzenden Videoclips geben auf originelle Weise die individuelle Rezeption einzelner Schmuckstücke, Anekdoten und Statements von Wegbegleitern,  Sammlern, Kuratoren, Galeristen und Schülern wieder. Alles zusammen ist beglückend unterhaltsam und der Erkenntnisgewinn ist groß.

Vermag Schmuck Ideen zu vermitteln, die größer sind als er selbst? Kann er nicht nur Raum für zusätzliche Schönheit sondern auch für tiefe Nachdenklichkeit schaffen? Das Buch BRON – Quelle – vermittelt uns Einsichten, die weit über das Werk von Ruudt Peters hinaus weisen. Es ermutigt dazu die Verhältnisse, die Dinge, so offen und neugierig zu betrachten wie er. Insbesondere die Beschreibungen großer Fremdheit auf seinen Reisen nach Indien oder China. Der Abstand der Kulturen wird hier erschreckend deutlich und schärft gerade deshalb die Sinne, öffnet die Augen und ermöglicht ganz eigenwillige Assoziationen. Schliesslich die Entdeckung des „MA“ in Japan, die Zeit dazwischen, die Ruhe, das Unausgesprochene – Ruudt Peters war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ein wunderbarer Künstler und ein wunderbares Buch!

© Schnuppe von Gwinner

RUUDT PETERS Source / Bron von  Aaron Decker / Marina Elenskaya

Arnoldsche Art Publisher – Redaktion und Gestaltung Barends & Pijnappel (Antwerpen, Belgien). 278 S., 24 x 28 cm, 154 Abb. in Farbe und 47 in Schwarz-Weiß, 41 QR-Codes. Hardcover. Englisch.
ISBN: 978-3-89790-499-6
Vosselmanstraat 299
(Museumingang: hoek Vosselmanstraat/Roggestraat)
7311 CL Apeldoorn
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr, Sonntag von 13 bis 17 Uhr