“Ton Maler” Zeitgenössische Engoben dekorierte Keramik: NL-Tegelen bis 14.01.2018

Dekorieren mit Engoben, also dünnflüssiger Tonmineralmasse, ist eine Jahrhundertalte Technik, die in vielen Keramikorten weltweit vorkommt und immer noch sehr beliebt ist.

Diese Ausstellung zeigt Werke zeitgenössischer Engoben Maler. Moderne Handwerker aus ganz Europa sind Künstler mit Ton und Engoben. Sie bemalen ihre handgeformte Arbeit mit einer Paste aus Ton oder nicht gefärbt mit Farbpigmenten oder Oxiden. Manchmal vollendet mit einer glänzenden Schicht von transparenter Glasur, manchmal bleibt bewusst der Rohton sichtbar. Ihr warmes Gebrauchsgut ist die Krone auf dem gedeckten Tisch. Die autonomen Objekte sind imposant und eine Augenweide.

So viele Maler, so viele Stile.
Die Arbeit in dieser Ausstellung reicht von den klassisch aussehenden, sehr präzisen bemalten Werken von Grita Götze (DE), bis zu den expressiven Werken von Dylan Bowen (GB) und John Higgins (GB), wo Ihnen der Tonschlamm fast buchstäblich um die Ohren fliegt. Michelle Gardelle (FA) arbeitet auch in einem sehr ausgelassenen Stil, der sprüht vor Lebensfreude.

Françoise Dufayard (FA) arbeitet mit warmen Tönen und kalligraphischen Zeichen. Der Einfluss ihrer Reisen nach Fernost ist deutlich in ihren großartigen und bescheidenen Werken wiederzufinden. Niek Hoogland und Matthieu van der Giessen sind ausgezeichnete Handwerker, die hinter der Töpferscheibe alle möglichen Formen von Gebrauchsgütern produzieren und Schlamm so bemalen wie es sein sollte, komplett mit allen Originalzutaten und Techniken, wie z.B. Sgraffito. Sie stammen beide aus den Niederlanden und sind diejenigen, die den vielen Generationen der Schlammgutmaler die ihnen vorausgegangen sind, am meisten treugeblieben sind.

John Pollex (GB) arbeitete früher wie Niek und Matthieu im traditionellen Stil, aber nachdem er eine Ausstellung des Malers Howard Hodgkin besucht hatte, entwickelte er eine moderne Variante. Wobei seine Keramik das Canvas wurde, und jedes Stück in einer einzigartigen und unterschiedlichen Art und Weise bemalt wird mit mindestens genauso viel Farbe wie diejenigen, die ihn inspirieren (u. a. Marc Rothko und Patrick Heron).

Nigel Lambert (GB) findet auch Inspiration bei Malern, auch von Patrick Heron und darüber hinaus Terry Frost und Roger Hilton. Er wählt wohl bewusst für die Fortsetzung seiner Arbeit in der traditionellen Weise, mit rotem Ton und weißem Schlamm, er brennt sogar in einem Holzofen. Nur beim Bemalen wird das moderne Element in seiner Arbeit hervorgehoben, und selbst auf eine funktionelle Art, der Form folgend die bemalt wird.

Patia Davis (GB) arbeitet auch mit traditionellen Rohstoffen, aber ihre Art des Dekorierens ist sehr einfallsreich. Mit Dosen, Quarkähnlichem Engoben und ihre Finger, fast modellierend, dekoriert sie ihre Arbeit auf phänomenale Weise. Dabei kombiniert sie dies oft mit alten Maltechniken wie Kämmen und Marmorieren.

Peder Rasmussen (DK) ist ein Könner in der Keramikwelt und seine Arbeit befindet sich in allen großen Sammlungen von Keramik-Museen. Peder hat nichts mit abstrakter moderner Malerei. Er hat etwas zu sagen, und tut das ebenso wie die alten Griechen auf großen Vasen. Seine oft autobiografischen Geschichten bildet er auf eine nahezu Karikatur oder Cartoon artige Weise ab, die wiederum auf der Pop-Art inspiriert ist. In der Regel übt er seine Figuren zuerst auf Papier, manchmal macht er sogar erst kleine Skulpturen der Figuren, die er auf seinen Vasen anbringen möchte. Das Ergebnis sind wundervoll ausbalancierte Bilder die er hinter einer dicken Glasurschicht fixiert, oder vielleicht besser isoliert, als ob man in eine andere Welt schaut, in eine Glaskugel oder ein Aquarium.

Schließlich gibt es noch die ausgelassene Arbeit von Elke Sada (DE). Sie dekoriert zuerst die Tonscheiben und formt danach die einzelnen Stücke. Wie Davis Patia bevorzugt sie die flache Oberfläche zum Arbeiten. Sie bringt die farbigen Engoben mit Pinseln an durch ihn schlichtweg darüber zu schleudern und mit Monoprinting. Sie stellt ihre Arbeit frei salopp zusammen, und lässt bewusst die Teile sichtbar, wie sie miteinander verbunden sind ohne Rücksicht auf den Anschluss der Vorlagen. Hierdurch betont sie bewusst, dass die Dekorationen vorab angebracht wurden. Das Ergebnis ist sehr farbenfroh und lebendig, ihre Werke scheinen fast vor Energie zu platzen.(Pressetext)

Keramikzentrum Tiendschuur, NL- Tegelen, Kasteellaan 8, 5932 AG Tegelen (Venlo)

Öffnungszeiten: Di. bis So. 11:00 bis 17:00 Uhr.