TANGIBLES: London vom 10.08. bis 02.09.2017

Im August präsentiert The Contemporary Ceramics Centre die Schau TANGIBLES – eine Präsentation sehr besonderer Talente unter den auch in Deutschland wohlbekannten englischen Keramikkünstlern. Im Gebrauch einer gedeckten Palette mineralischer Farben ko-existieren diese neuen Arbeiten sehr selbstverständlich. Sie spiegeln die Kraft der Natur wieder, die elementare Kräfte des Meeres und der Erde und die raue Textur ländlicher Landschaften.
Die Werke sind stark strukturiert, mit taktilen und energetisch aufgeladenen Oberflächen geben sie die Antworten der Keramiker auf die Extreme ihrer Umgebung wieder.  Von Natur aus nicht figurativ, beziehen sich diese Stücke auf viele Referenzpunkte  – vielleicht molekular oder topographisch. In der Ausstellung wird eine energierreiche Erdhaftigkeit hervorgehoben, die mit dem Material erreicht werden kann.

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Martin Pearce, 2017

Gewichtige, bimorphe Formen von Martin Pearce umschliessen leeren Raum und Volumen zu einem konsequent dramatischen Effekt, fördern den Eindruck von Stille, Tiefe und Leichtigkeit, ein Gefühl für das Alter und das Misteriöse. Diese substantiellen Formen sind eher gebaut als gedreht, aus Wülsten, Streifen, Schlicker und modifizierten Glasuren. Ihre schroffe Präsenz verströmt eine ausdrückliche und schwer zu ingorierende Kraft, wie lang vermisste Bruchstücke eines alten Monolithes.

CCC_Paul Wearing_2017
Paul Wearing, Cylinder, 2017

Paul Wearing’s extrem taktil glasierte Oberflächen manifestieren natürlich den Prozess des Machens, ergänzt und vervollkommnet von alchimistischen Entwicklungen im Brennofen. Die rauen Farbbänder auf seinen Vasen, Töpfen und Ellipsen erinnern an unbesiedelte Meeresküsten, herunter gekommene ländliche Gebiete und stürmische Himmel. Die Stücke provozieren einen Dialog zwischen dem Handgemachten  und natürlichen Manifestationen von Landschaften.

CCC_Rachel Wood_2017_Medium conical, coiled, 22x21cm
Rachel Wood, Medium conical, coiled, 21 x 22 cm, 2017

In einer eigenwilligen Kombination von Dreh- und Aufbau-Techniken produziert Rachel Wood Vasen und Schüsseln, die Wetter gegerbte Seelandschaften und gewittrige Horizonte herauf beschwören. Ihre Oberflächen sind zerkratzt und mit Werkzeug – und Fingermarkierungen übersäht, umhüllt mit Lagen von Schlicker und Glasuren, durchzogen von Rissen und Sprüngen die, durch den Brand verursacht, jedem Gefäss seinen ganz eigenen unikaten Charakter verleihen. Die Begeisterung für die Arbeiten von Rachel Wood ist auch hier in Deutschland besonders groß. Sie wurde 2016 mit dem Neue Keramik Preis und 2017 mit dem Diessener Keramikpreis ausgezeichnet und ihre werke kann man auch hierzulande in vielen Sammlungen bewundern – ganz aktuell zur Sonderausstellung vom 5. August bis 17. September 2017 im Oldenburger Schloss.

(frei nach dem englischen Pressetext)

The Contemporary Ceramics Centre (in unmittelbarer Nähe des British Museum)

63 Great Russell St, Bloomsbury, London WC1B 3BF