Erwin Eisch: Frauenau vom 18.04. bis 30.06.2017

Am 18. April feiert der Künstler Erwin Eisch seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch!

Anlässlich dieses Jubiläums organisiert die Glashütte Eisch eine Ausstellung in der Galerie am Museum in Frauenau. Die Ausstellung ist nicht nur als Retrospektive gedacht, sondern zeigt alte und neue Werke aus Familien- und Firmensammlungen  so wie neue Arbeiten und eine Serie von erst kürzlich geblasenen, bemalten und gravierten Portraitköpfen!

Der Name Erwin Eisch ist untrennbar mit der internationalen Studioglasbewegung verbunden, die das Material Glas aus seiner rein dienenden Funktion befreite und zu einem Material künstlerischen Ausdrucks machte. Nahezu endlos sind die Möglichkeiten der Hinzufügung kurioser Einfälle an die plastische Form, aber auch als zu bezeichnender oder bemalender Untergrund erhält das Glas bei Eisch poetische Qualität. Das Schweben seiner Figuren ist ein Stil-Merkmal von Eischs Kunst in allen Bereichen. Es ist sowohl Ausdruck seines eigenen Raumgefühls in Bezug auf Erde und Kosmos wie auch entstanden aus den Eindrücken barocker Wandmalerei, die ihn vor allem am Beispiel des Deckengemäldes von Franz Anton Rauscher in der Frauenauer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt von Jugend an begleitete. Daneben und gleichauf ist und bleibt er Maler und Zeichner. In Erwin Eisch gilt es den eigenwilligen Maler zu erkennen, der uns mit Kraft, Hingabe und einer gehörigen Portion Witz und Ironie in eine bildnerische Welt entführt, die uns neue Einsichten und Perspektiven vermitteln kann. Seine Zeichnungen zeigen einen vertrackten vordergründigen Humor, der sich meist schon im Titel ausdrückt, wie z. B. „Immer wenn ich blau bin“. Fordernder sind seine Gemälde –  sie sind meist spröde und unbequem, sie drängen sich nicht auf, wollen aber lange und in Ruhe betrachtet sein, um uns ihre eigene Welt, den vom Künstler geschaffenen Kosmos, durchschaubar zu machen. (Pressetext)

„Ende der 50er Jahre bekam ich an der Münchner Akademie Kontakte zur Gruppe Spur. Und wir alle waren in dieser Zeit vom Tachismus, vom Informel beeindruckt. Ich merkte aber bald, daß es da für mich keine weitere Entwicklung gab. Gesellschaftskritik war dominierend, die 68er Studentenrevolte bereits spürbar. Das Ende der Kunst wurde zum Programm. So gründeten Max Strack, Gretl Stadler und ich 1960 die Gruppe Radama. Mit der Gedächtnisausstellung für Bolus Krim im Jahr 1961, in der wir das Scheitern der damaligen Avantgarde-Kunst vorgestellt haben, verabschiedete ich mich aus der Münchner Kunstszene. 1962 haben Gretl und ich geheiratet und gingen nach Frauenau. Da gab es die Glashütte der Familie Eisch und ich knüpfte dort an, wo 1952 mein Glasmachen begann. Erst Ende der 70er Jahre war Malerei wieder mein Thema. Es begann die Suche nach der Figur, die Abstraktion trat zurück. Der Malprozess wurde mein Weg zum Bild, zum Leben und zur Lebendigkeit.“ (Erwin Eisch im Interview mit Masahiro Hochida, 2002)

Eröffnung und Geburtstagsfeier am Ostermontag den 17. April 2017 um 17.00 Uhr 
Laudatio: Heidi Wolf

Elisabeth Zizlsperger
Galerie am Museum
Eisch Atelier
Grafenauer Str. 8
94258 Frauenau

Öffnungszeiten: Dienstag – Freitag 11-17.30 Uhr, Samstag 11-16 Uhr, Sonntag 11-16 Uhr
Feiertag 11-16 Uhr (Juni-Oktober)

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