Judy Blame – never again: London bis 04.09.2016

Foto: Tyrone Lebon. Kreativdirektion: Judy Blame. Styling: Giannie Couji und Neil Stuart [The 300th Issue, No. 300, Juni/Juli 2009] aus dem i-D Archiv: i-D features people in fashion, music, art, clubs, film - Link am ende der Seite.

Das ICA London richtet aktuell die erste größere Solo-Ausstellung des Accessoires-Designers, Art Directors und Mode-Stylisten Judy Blame aus. Seine non-konformistische Haltung und seine Sehnsucht, sich selbst innerhalb der Londoner Club-Szene der frühen 80er Jahren zu behaupten, motivierte Blame Schmuck zu entwerfen und zu produzieren. Seine bescheidenen Mittel prägten seine DIY – Stil und brachten ihn darauf Fundstücke als Ausgangspunkt seines Schmuckes zu nutzen. Seine frühen Kreationen stellten etablierte Wertvorstellungen in Frage. Sie waren gleichzeitig Zeugnisse der harten Realität des industriellen wie ökonomischen Niedergangs. Während dieser Schaffensperiode begegnete er kreativen Individualisten wie z.B. Derek Jarman, Anthony Price, John Maybury und Leigh Bowery die sich für seine erfinderische und fantasievolle Art Modeaccessoires zu kreieren einsetzten.

Blame unterstütze John Mooreseit 1985″ The House of Beauty and Culture“  im Londoner Stadtteil  Dalston, aufzubauen, ein craft-Kollektiv gleichgesinnter Künstler wie Fiona Skinner, Dave Baby, Fiona Bowen, John Flett, Peter Foster, Mark Lebon, Alan Macdonald & Fritz Solomon (Fric & Frack), Richard Torry und Christopher Nemeth. Diese Kollektiv-Erfahrung wurde die erste von vielen wichtigen Kooperationen als Berater verschiedener Designer unter denen John Galliano, Rifat Ozbek, Rei Kawakubo bei Comme des Garçons, Gareth Pugh, Marc Jacobs und Kim Jones bei Louis Vuitton zu nennen sind.

Während seiner gesamten Karriere blieb Blame seinen künstlerischen Wurzeln treu, Schmuck aus Fundstücken und umgewidmeten Objekten zu machen. Diese Stücke inspirieren ebenso wie seine überaus erfolgreichen Beiträgen in den sozialen Medien,  die seinen eigenwilligen und einfallsreichen Umgang und Lebensstil in  Bildern und Objekten zeigen.

Die Ausstellung ist mehr als eine Montage als eine Chronologie konzipiert, in der Artefakte zusammengestellt werden. Kleidung, Kollagen, Schmuck, Modepublikationen, Skizzenbücher und T-Shirts zeigen neben Einzelaufträgen Blames taktile, provokante Annäherung an Mode und belegen anschaulich seine Neigung zu Kooperationen  und Experimenten.

Institute of Contemporary Art, the Mall, London SW1Y 5AH

geöffnet Dienstag bis Sonntag, 11 bis 18 Uhr, Donnerstags bis 21 Uhr

Hinweisen möchte ich hier auch auf das  i-D Archiv, in dem das Beste aus 30 Jahren Judy Blame zu sehen ist! Das Titelphoto dieses Beitrages stammt aus dem i-D Archiv.

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Foto aus der Ausstellung ICA London
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