Sonngard Marcks – Keramische Bilderwelten: Keramik-Museum Weiden bis 03.10.2016

Sonngard Marcks, Schale „Paprika“ mit Kelle, 2008, Fayence, Dm 33 cm Foto: Die Neue Sammlung - The Design Museum (A. Laurenzo)

In der zeitgenössischen Keramik ist Sonngard Marcks eine feste Größe. Für ihren Erfolg als Keramikerin spielt jedoch nicht nur ihre virtuose Zeichenkunst eine wichtige Rolle, sondern auch die plastische Form, die sich mit der Malerei zu einzigartigen Gefäßen und Objekten verbindet und so eine Zauberwelt aus Blüten, Blättern, Früchten und Insekten entstehen lässt, deren Details sich oft erst bei näherem Hinsehen erschließen. Die Arbeiten von Sonngard Marcks sind pure Augenlust – mehr noch: sie öffnen den Blick für das Schöne, für den „Glanz der Wahrheit“ und damit auch für das, was dahintersteht, denn auch die Schönheit kann neue Wege des Denkens erschließen. (Pressetext)

Sonngard Marcks schenkt ihren keramischen Werken allen dekorativen, graphischen wie malerischen Reichtum an Phantasie, den sie besitzt und deren Reservoir offensichtlich unerschöpflich ist.

Ihre pittoresken und formal häufig, im amüsanten Sinne überkandidelten Kannen, Tassen und Untertassen, Teller, Vasen, Gefäße und Früchte aller Art sind stilistisch unverkennbar. Sie sind Ergebnis einer äußerst zeitintensiven Beschäftigung und der Lust, möglichst viele künstlerische Ausdrucksmittel in den Objekten sichtbar zu machen:  farbige Vielfalt und Prächtigkeit über graphisches, sowohl abstraktes wie auch figürliches Fabulieren bis hin zur, das Gefäß adelnden, luxuriösen Vergoldung.

Sonngard Marcks liegt es besonders am Herzen, Poesie in den Alltag einkehren zu lassen. Den Zauber ihrer besonders klaren und strahlenden Farbigkeit verdanken alle Gefäße der Fayence-Technik des 17. und 18. Jahrhunderts, die die Künstlerin oft in einen reizvollen Farbwechsel mit Engobe-Oberflächen stellt.

Die Frage nach den historischen Vorbildern und dem geistigen Erbe, das sie als eine der wenigen in Europa vertritt, verweist Sonngard Marcks gern auf ihre Diplomarbeit, die sich mit den keramischen Prunkgeschirren von Renaissance und Barock – von Bernard Palissy bis zu den Trompe – l’œil Tafelservicen der Straßburger Gebrüder Hannong, letztlich mit der ,,barocken Augenlust“ als der höchsten Ausformung keramischer Geschirrkunst – beschäftigte.

Sonngard Marcks’ Kunst stellt eine wichtige Facette in der zeitgenössischen deutschen Keramik dar. Sie gehört zur künstlerischen Erbmasse der Hochschule Burg Giebichenstein in Halle, vor allem wenn sie in manchen Details an ihre beiden Lehrerinnen, an die keramische Bildhauerin Gertraud Möhwald und die Keramikmalerin Heidi Manthey,  erinnert. Ihre Arbeiten sind Teil vieler öffentlicher und privater Sammlungen und wurden vielfach ausgezeichnet. (copyright Schnuppe von Gwinner)

Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog

Internationales Keramik-Museum Weiden
Luitpoldstraße 25. Waldsassener Kasten. 92637 Weiden
Dauer: 19.06.2016 – 03.10.2016