Friends + Design: Schloss Pillnitz, Wasserpalais vom 09.07. bis 01.11.2016

Designer und Kuratorinnen 2016. Im Hintergrund: Tulga Beyerle und Maria Cristina Didero, auf dem Sofa von links nach rechts: Tomás Alonso, Mathias Hahn, Michael Young, Jerszy Seymour, Richard Hutten, Bethan Laura Wood und Philippe Malouin. © DSL studio, Foto: Marco Cappelletti

Das Thema der Freundschaft beschäftigt bereits seit Urzeiten Philosophen und Künstler jeder Art. Doch gerade in der heutigen Zeit, inmitten hektischer sozialer Netzwerke und unzähliger virtueller Verbindungen, sind wahre Freundschaften kostbarer denn je. Sie tragen ihr individuelles Gepräge und wollen aufgebaut und gepflegt werden — einmal etabliert, begleiten sie uns oft für lange Zeit. Freundschaft bedeutet aufeinander aufzupassen, die Bedürfnisse, Freuden und Leidenschaften des anderen zu verstehen und vielleicht auch vorauszusehen. Insofern wohnt dem Konzept auch eine gewisse Magie inne.

Zugleich ist Freundschaft nicht alleine auf das Private beschränkt. Auch im beruflichen Feld ist sie vorzufinden. Man denke nur an die starken und produktiven Bande zwischen Jean-Michel Basquiat und Andy Warhol, das kreativ-spannungsvolle Verhältnis zwischen Ettore Sottsass und Alessandro Mendini oder die in ein Unternehmen eingebettete Freundschaft zwischen Jacques Herzog und Pierre de Meuron. In vielen Fällen ist es gerade die robuste und in allen Lebenslagen erprobte Verbindung, die außergewöhnliche Leistungen ermöglicht.

Das Kunstgewerbemuseum fragt in seiner Ausstellung „Friends + Design“ folglich danach, wie Designer ihre Freundschaften handhaben. Als freie Unternehmer sind sie Konkurrenten, zugleich sind sie aber auch Freunde anderer Designer und weiterer kreativer Menschen.

Die Schau in Schloss Pillnitz ist ein Fest der Freundschaft unter sieben ausgewählten Designern, die in der Regel nicht zusammenarbeiten, aber ihre Leidenschaft für ihr Metier miteinander teilen und diskutieren. Auf Basis von klar umrissenen Arbeitsaufträgen der Kuratorinnen Tulga Beyerle und Maria Cristina Didero werden die vielfältigen Beziehungen anhand neuer Werke sichtbar und erfahrbar gemacht. Die Gestalterinnen und Gestalter arbeiten dabei in unterschiedlichen Konstellationen zusammen und inszenieren drei Räume des Wasserpalais.

Michael Young (UK, lebt in Hong Kong und Belgien), Richard Hutten (NL, lebt in Rotterdam) und Jerszy Seymour (UK/CA, lebt in Berlin) sind eng befreundet, haben jedoch noch nie ein gemeinsames Projekt verwirklicht. Sie alle sind in verschiedenen Bereichen des Produktdesign äußerst erfolgreich und verfolgen einen radikalen und unangepassten Ansatz. Sie sind eingeladen, gemeinsam eine Arbeit zu entwickeln und darin ihre sehr individuellen kreativen Geister zusammenzuführen.

Als Produktdesigner international einen Namen gemacht haben sich ebenfalls Mathias Hahn (DE, lebt in London) und Tomás Alonso (ES, lebt in London), die zwar gemeinsam in einem Büro in London sitzen (OKAYstudio), dort jedoch vollkommen unabhängig voneinander arbeiten. Sie sind eingeladen, dem jeweils anderen ein Geschenk zu machen. Ob es sich dabei um ein Produkt handelt oder die Arbeit eine andere Form annimmt, bleibt ihnen offen gestellt.

Bethan Laura Wood (UK, lebt in London) und Philippe Malouin (CA, lebt in London) sind im Bereich experimentelles Design international renommiert und wurden beide mit dem „Designer of the Year“-Preis der Design Miami Basel ausgezeichnet. Sie werden von internationalen Galerien vertreten und verfolgen sehr unterschiedliche Arbeitsweisen. Ihre Aufgabe wird es daher sein, sich in die Arbeitsweise des jeweils anderen hineinzudenken, unter der Annahme, für den anderen einspringen zu müssen.

Nicht zuletzt sind auch die Kuratorinnen Tulga Beyerle und Maria Christina Didero eng befreundet. Die Entwicklung der Ausstellung basiert also auf einem frohen, freundschaftlichen Dialog und gemeinsamen Idealen. Daraus entsteht ein Projekt, das ein besonderes Phänomen, eine Qualität unser aller Leben sinnlich und visuell ansprechend präsentiert und das Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen einmal mehr in den internationalen Designdiskurs einbindet. (Pressetext)

Schloss Pillnitz, Wasserpalais
August-Böckstiegel-Straße 2
01326 Dresden

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,
montags geschlossen

Advertisements