Nikolaus Steindlmüller & Hilde Janich: München vom 8.04. bis 14. 05. 2016

Nikolaus Steindlmüller
Keramik aus dem Anagama
8. April bis 14. Mai 2016
Eröffnung: Donnerstag, 7. April 2016, 18.30 Uhr

Nikolaus Steindlmüller ist einer der wenigen Keramiker in Deutschland, der sich ganz der japanischen Keramik und dem Brennen in einem Anagama widmet. Anagama ist die Bezeichnung für einen japanischen Holzbrennofen, der als liegender Einkammer-Ofen meistens in einen Hang gebaut wird. Die Farben auf den Keramiken entstehen ausschließlich durch das Brennen. Es kommen keine Glasuren zum Einsatz, sondern die Stücke werden den Flammen, dem Rauch, der Glut und der Flugasche ausgesetzt. So entstehen rote und graue, zum Teil blauviolette Färbungen. Die Asche des verbrennenden Holzes wirbelt durch den Ofen und legt sich als feiner Staub über die Keramiken. Bei Temperaturen von über 1200 °C verschmilzt der Staub mit der Tonoberfläche und bildet einen glasartigen Überzug. Während des Brennvorgangs wird ein Anagama über mehrere Tage kontinuierlich mit Holz befeuert.

Schon früh an der Kunst interessiert, schloss Nikolaus Steindlmüller zunächst sein Jurastudium ab. Den Beruf des Anwalts übt er bis heute aus. Bereits während der Studienzeit sah Nikolaus Steindlmüller bei Rosenthal in München eine Ausstellung mit japanischer Keramik. „Das Unperfekte dieser mittelalterlichen Teekeramik faszinierte mich und wirkte wie eine Initialzündung. Ich las daraufhin in der Staatsbibliothek alles über die Keramik des japanischen Mittelalters. Außerdem beschäftigte ich mich intensiv mit historischer bayerischer Keramik und mit Keramiktechniken aus der Vorzeit, Bronzezeit und aus dem Fernen Osten. Auf ihren Spuren bin ich weit gereist und habe mir vieles vor Ort angeschaut. Bei meinen Werkstattbesuchen in Japan erkannte ich die Wechselwirkung zwischen Ton und Ofen. Da entschloss ich mich einen Anagama zu bauen. Das Brennen von Keramik in einem mit Holz befeuerten Ofen ist ein sehr spezielles Stilmittel, weil es in ganz besonderer Weise zum Entstehungsprozess beiträgt. Nur über den Brand wird das keramische Werk fertig und die angestrebte Ästhetik erreicht.“ Diese Ausstellung gibt einen repräsentativen Querschnitt über die holzgefeuerte Keramik von Nikolaus Steindlmüller. Dazu zählen mittlere und große Teller, geometrische Platten, Teeschalen sowie Zylinder. Seit dem Wechsel auf seinen neuen Anagama arbeitet Nikolaus Steindlmüller vermehrt mit unbehandeltem Naturton, den er in speziellen Tongruben in Nordbayern findet. (Pressetext)

Porträt im Laden:
Hilde Janich – Von der Sehnsucht nach dem Schönen – Pergamentschmuck
8. April bis 14. Mai 2016
Eröffnung: Donnerstag, 7. April 2016, 18.30 Uhr

Beim Namen Pergament denkt mancher vielleicht an vergilbte Handschriften in alten Klosterbibliotheken, aber an edlen Schmuck wohl eher nicht. Zu Unrecht, wie die Designerstücke von Hilde Janich beweisen. Schon seit 1992 bestimmt das außergewöhnliche Material das Schaffen der Künstlerin. „Wenn ich Stücke erfinde, sind sie zunächst oft wie Lebewesen für mich. Ich spüre regelrecht ihren Atem, ihr Pulsieren und ihre Bereitschaft sich zu wandeln, mir ihre verschiedenen Gesichter  oder Facetten zu zeigen.“ Das Zufällige am Wegesrand – ein sich kringelnder Haselstrauch oder wirbelndes Herbstlaub – dient ihr dabei als Vorlage für ihre Kompositionen. In der Farbgebung ihrer Stücke respektiert sie das Naturmaterial und bewegt sich stets im tragbaren Rahmen, von unauffälligen Tönen bis hin zu leuchtenden, kräftigen Farben. (Pressetext)

Vortrag „Pergamentschmuck“ von Hilde Janich, Freitag 8. April 2016, 18 bis 19 Uhr
Führung mit Nikolaus Steindlmüller, Montag, 2. Mai 2016, 17 bis 18 Uhr

Bayerischer Kunstgewerbeverein e.V.
Pacellistraße 6-8
80333 München

http://www.bayerischer-kunstgewerbeverein.de/

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