Das hab nur ich! Sammellust und Liebhabereien: Stadtmuseum München 17.07. 2015 – 10.01.2016

Stadtmuseum München - Sammellust : Vasen aus den 50ger Jahren

Helles Vergnügen bereitet der Besuch dieser liebevoll eingerichteten Schau im Münchner Stadtmuseum. In Zeiten wo wir uns alle immer häufiger fragen, ob die vielen Dinge die wir besitzen uns nicht eher belasten als erfreuen. Zu viel, zu beliebig, zu vergänglich ist ihr Wert. Billig erworben, massenhaft verfügbar. Das steigert die Sehnsucht nach dem Besonderen und Individuellen, nach Zusammenhang und Sinn. Sammler und ihre Sammlungen lehren uns hier einen anderen Blick: empathisch, konzentriert, spezialisiert – geleitet vom Kontext der Kulturgeschichte.

Im Pressetext heisst es: Die Ausstellung bietet Einblicke in private und museale kunst- und kulturhistorische Sammlungen. Anhand von über tausend Objekten werden Liebhabereien, wird die Lust zu sammeln sichtbar. Ein Sammler liebt abenteuerliches Suchen, ist glücklich, wenn er gefunden hat, wonach er gesucht hat, hebt das soeben Erworbene sorgsam auf, vergleicht es mit dem, was er schon hat, integriert es in seine Sammlung und freut sich an seinem Besitz.

In Form von Stillleben und Interieurs inszeniert die Ausstellung nicht nur typologisch verwandte Werke der freien und angewandten Kunst, sondern informiert auch über die verschiedenen Motivationen der einzelnen Sammler. Anhand neuester Statistiken und soeben geführter Interviews werden 33 Positionen vorgestellt. Der Bogen spannt sich vom locker gehandhabten Sammelsurium bis zur wissenschaftlich exakten Kategorisierung, vom Ansporn zu retten, was bedenkenlos weggeworfen wurde, bis hin zu Überlegungen, die auf eine ökonomische Wertsteigerung von Kunstobjekten zielen.

Sammelgebiete variieren wie die Motive der Sammler. Sie reichen von abstrakt dekorierten Kakaokannen der 1930er Jahre bis zu kunstvoll gestickten Textilien aus dem Bazar von Istanbul, von farbenfroher Glaskunst aus Nancy um 1900 bis zu platt gefahrenen Getränkedosen, deren zufällige Verformung als ästhetische Qualität geschätzt wird.

Das habe nur ich!“ behaupten manche Sammler und sind stolz darauf, wenn sie ein Unikum oder ein Unikat, etwas Aussergewöhnliches oder Einzigartiges in ihrer Sammlung haben. Diese Aussage eignet sich als Titel. Denn es besagt: „Das“ meint das Objekt der Sammellust, „habe“ zeugt vom wohligen Gefühl des Besitzens, „nur“ gibt den Grad an Exklusivität wieder und „ich“ verweist auf die Persönlichkeit des Sammlers. (Pressetext)

Münchner Statdmuseum, St.Jakobsplatz 1

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10.00-18.00 Uhr

Führungen  

Als besondere Idee: Zu dieser Ausstellung erscheinen über dekorative 30 Papierbögen, die sich nicht nur als Sammlungsobjekt eignen, sondern auch die in der Ausstellung gezeigten Sammlungen wiedergeben