Gewonnen! Formen der Anpassung, Leipzig: den ART Kuratorenpreis 2026

Das Kuratorenteam Nicolas Karpf, Dr. Stefanie Seeberg, Dr. Frank Werner, Sabine Epple mit dem ART Kuratorenpreis 2025 ©Foto: Heide Prange

Das Kunstmagazin ART würdigt mit dem jährlichen ART KURATORENPREIS AUSSTELLUNG herausragende kuratorische Leistungen im deutschsprachigen Raum. Für diese Auszeichnung hatte die ART-Redaktion für das Jahr 2025 zwölf besondere Ausstellungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nominiert.

Zu den Nominierten zählt in diesem Jahr unter anderen das Kuratorenteam der Ausstellung FORMEN DER ANPASSUNG. KUNSTHANDWERK UND DESIGN IM NATIO- NALSOZIALISMUS, die bis zum 12.4.2026 im GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig gezeigt wurde.

Idee und Konzept zu dieser Ausstellung stammen von Kurator Dr. Frank Werner/ Berlin und wurden in intensiver Zusammenarbeit mit dem dreiköpfigen Co-Kuratenteam des Museums, bestehend aus Sabine Epple (Kuratorin für Moderne), Dr. Stefanie Seeberg (Kura- torin für Textil) und Nicolas Karpf (Wiss. Volontär), weiterentwickelt und realisiert.

Die Preisverleihung fand am 15. April 2026 in Köln statt. Der ART Kuratorenpreis wird seit 2015 jährlich verliehen. Die Auswahl der Preisträger erfolgt durch eine unabhängige Expertenjury, die jährlich neu zusammengesetzt wird.

Ausstellungsansicht | Foto: Felix Bielmeier

Die Ausstellung FORMEN DER ANPASSUNG. KUNSTHANDWERK UND DESIGN IM NATIONAL- SOZIALISMUS (27.11.2025 – 12.4.2026) näherte sich einem bislang wenig beachteten Kapitel deutscher Gestaltungsgeschichte. Sie verdeutlichte, wie politische Direktiven, ideologische Leitlinien und ökonomische Rahmenbedingungen Gestaltung prägten und veränderten. Rund 400 Exponate aus Museen, Archiven und Sammlungen aus Deutschland sowie dem eigenen Sammlungsbestand wurden präsentiert. Im Zentrum standen Objekte des täglichen Gebrauchs – Vasen, Kannen, Möbel, Textilarbeiten, Geschirre aus Glas, Porzellan, Holz und Metallen – die in den Jahren 1933 bis 1945 entstanden. Darüber hinaus reflektiert die Ausstellung auch kritisch die ambivalente Haltung des GRASSI Museums für Angewandte Kunst in der NS-Zeit.

Tim Sommer, Chefredakteur der ART, dazu: „Die Museumslandschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist weltweit einzigartig in ihrer Breite und Vielfalt. Gerade mit ihren ausgefeilten Sonderausstellungen begeistern die Kunsthäuser immer wieder. Dahinter stecken oft jahrelange wissenschaftliche Arbeit, aber auch das Können, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und perfekt zu inszenieren. Frank Werner und sein Team haben sich durchgesetzt, weil sie in ihrer Schau zur Gestaltung im Nationalsozialismus ein heikles, lange übergangenes Thema mit intellektueller Sorgfalt, aber ohne pädagogischen Zeigefinger in beeindruckender Weise umgesetzt haben.“ (Pressetext)

GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig

Öffnungszeiten: Di, Do – So, Feiertage 10 – 18 Uhr, Mi 12 – 20 Uhr