Produkte von Designstudierenden aus dem Atelier Prey 2002-2026
Seit drei Jahren widmet sich die von Ursula Schnitzer für das Palais Mamming kuratierte Ausstellungsreihe Mamming Now verschiedenen Formen intergenerationeller künstlerischer Zusammenarbeit. In den bisherigen sechs Ausstellungen begegneten sich Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Disziplinen in Dialogen, die von Neugier, gegenseitigem Respekt und dem Austausch zwischen Generationen geprägt waren.

Mit Mamming Now #7 richtet sich der Blick erstmals auf das Design – und zugleich auf einen besonderen Ort intergenerationeller Zusammenarbeit: das Atelier von Kuno Prey an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen.
Die Ausstellung präsentiert 42 Designprodukte ehemaliger Studierender, die während ihrer Ausbildung bei Kuno Prey entstanden sind. Über 48 Semester hinweg wurden im Atelier Projekte entwickelt, verworfen, weitergedacht und realisiert. Die Ausstellung erzählt damit nicht nur von jungen Designerinnen und Designern und ihren Produkten, sondern auch von einem besonderen Verständnis von Design: die Welt mit einem „Röntgenblick“ zu betrachten, Dinge zu hinterfragen und aus wenig viel zu schaffen.
Design als Beobachtung
Über mehr als zwei Jahrzehnte sind im Atelier von Kuno Prey zahlreiche Entwürfe entstanden, die von der Auseinandersetzung mit Material und Handwerk ebenso erzählen wie von Neugier, Eigenständigkeit und der Suche nach zeitgemäßen Formen für den Alltag.

Preys Lehre folgte dabei keinem starren Aufgabenkatalog. Ausgehend von ergebnisoffenen Themen wurden die Studierenden ermutigt, eigene Fragen zu entwickeln, Entscheidungen zu treffen und eine persönliche Formsprache zu finden. Entwerfen bedeutete in diesem Verständnis nicht allein, eine schöne oder funktionale Form zu gestalten, sondern genau hinzusehen: auf Menschen und ihre Bedürfnisse, auf gesellschaftliche Veränderungen, auf Ressourcen und Herstellungsprozesse.
So treffen in der Ausstellung Möbel auf Geschirr, Spielzeug auf Sportgeräte, Leuchten auf technische und alltägliche Accessoires. Manche Entwürfe greifen regionale Traditionen auf, andere reagieren auf neue Lebensformen oder ökologische Herausforderungen. Immer wieder entstehen Lösungen aus der unmittelbaren Beobachtung des Alltags – durch Reduktion, intelligente Konstruktion und einen bewussten Umgang mit Material.
Materialien werden dabei nicht nur als Werkstoffe verstanden. Sie werden in ihrer haptischen, technischen und kulturellen Qualität erforscht und zum Ausgangspunkt für eigenständige gestalterische Lösungen.

Vom Atelier in die Welt
Viele der ausgestellten Produkte haben den Schritt aus dem Atelier in die Öffentlichkeit geschafft: Sie wurden ausgezeichnet, ausgestellt oder in Kleinserie produziert. Andere sind vor allem Zeugnisse eines Lern- und Entwicklungsprozesses. Gerade darin liegt ihre Bedeutung. Denn die Ausstellung macht sichtbar, wie aus einer offenen Aufgabenstellung eine Idee, aus einer Idee ein Entwurf und aus einem Entwurf ein konkretes Produkt werden kann.
Mamming Now #7 fällt zugleich mit dem Ende von Kuno Preys langjähriger Tätigkeit als Professor für Produktdesign an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen zusammen. Von 2002 bis 2026 hat er dort Generationen von Studierenden begleitet und geprägt.
Die Ausstellung wird damit auch zu einem Moment der Begegnung: zwischen ehemaligen Studierenden und ihrem Lehrer, zwischen jungen internationalen Designerinnen und Designern und dem Palais Mamming mit seinen vielfältigen Alltags- und Kultgegenständen aus Jahrhunderten Meraner Kulturgeschichte. Unterschiedliche Zeiten, Materialien und Vorstellungen von Alltag treffen aufeinander – und treten miteinander in Dialog.
Pfarrplatz/ Piazza Duomo 6, 39012 Meran/o, Italien
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag: 10:30 – 17:00 Uhr | Sonntag: 10:30 – 13:00 Uhr | Montag: geschlossen
