Es gibt bestimmte Orte in unserer ungewissen Welt, an denen wir Erdbewohner uns vielleicht nicht ganz zu Hause fühlen. Britische Leser kennen zum Beispiel die Kiesbänke von Dungeness mit ihrem knirschenden Teppich aus Feuersteinen; und den Burren in Irland, wo uralte Dolmen stolz vor einem Flickenteppich aus Kalkstein stehen, wie so viele Pflastersteine, die von fleißigen Riesen verlegt wurden. Die USA haben viele solcher atemberaubend fremdartig anmutenden Landschaften, darunter das Death Valley, die heißen Quellen des Yellowstone-Nationalparks und die, um die es hier geht: die Badlands von South Dakota. Es handelt sich um ein etwa 400 Quadratmeilen großes Gebiet aus erodiertem Sedimentgestein, in dem farbige Schichten horizontal durch Hügel und Schluchten verlaufen. Einst bewohnten prähistorische Säugetiere diese Region, ebenso wie die Oglala-Sioux; hier wurde der berühmte Geistertanz aufgeführt, als Zeichen des Widerstands gegen die Enteignung und Gewalt durch die Kolonialherren. Hier gibt es mehr Schichten, als das Auge sehen oder der Verstand begreifen kann.

Christopher Kurtz stammt aus dieser Gegend, und obwohl er heute im Hudson Valley arbeitet – einer weiteren symbolträchtigen amerikanischen Landschaft, weit im Osten –, steckt sie ihm immer noch im Blut.
Abstraktion, Funktionalität, Naturalismus: All dies befindet sich in seiner Ausstellung in einer wundersamen Schwebe. Der Effekt gleicht einer zufälligen Begegnung in der Wildnis, bei der nicht ganz klar ist, wo natürliche Prozesse enden und menschliches Eingreifen beginnt. Walkers Sichtweise auf das Leben als eine gewaltige, allumfassende und sich selbst fortpflanzende Intelligenz birgt gewisse Herausforderungen; es fällt nicht leicht, zu akzeptieren, dass der individuelle Wille lediglich eine Phase innerhalb eines transhistorischen Prozesses der „Zusammenstellung“ ist, einer sich ständig verzweigenden Anhäufung von
informationaler Komplexität. Kurtz hingegen fühlt sich mit diesen Ideen ganz in seinem Element. Schließlich wuchs er in einer Umgebung auf, die im wahrsten Sinne des Wortes weitläufig war. Vielleicht fällt es ihm leicht, menschliches Handeln als eine fast unmerkliche Bewegung vor einem unendlichen Hintergrund zu begreifen.
In „Badlands“ wendet er diese Einsicht auf sich selbst an. Die Ausstellung ist zwar zweifellos beeindruckend, ehrgeizig im Umfang und zeugt von enormem Können und Durchhaltevermögen, verkörpert aber zugleich seine persönliche Bescheidenheit. Man beachte, wie er sich den unzähligen Holzresten unterwirft und sie als formgebende Elemente annimmt; wie er das Publikum dazu einlädt, seine
Installation ständig neu zu ordnen; wie er Werke von äußerst konzentrierter Intensität schafft, die die Aufmerksamkeit dennoch anderswohin lenken – nach South Dakota, hinab in den Boden, hinauf zum Sternenhimmel und darüber hinaus. Das Einzige, was hier verherrlicht wird, ist das Wunder der
Schöpfung selbst. (nach einem Text von Glenn Adamson)
Sarah Myerscough Gallery – The Schoolhouse
18 Balderton Street, Mayfair, London W1K 6TG, England
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr, Samstag von 11:00 bis 17:00 Uhr
