Holzreste und Abschnitte erhalten als Möbel und Schatullen ein neues Leben!
Wie können Holzreste zu etwas Wertvollem werden? Wie können jahrhundertealte Handwerkstraditionen den Weg in eine nachhaltigere Zukunft weisen? Und warum sollte man heute noch auf Handwerkskunst bestehen?

Der Möbeldesigner und Tischler Rasmus Fenhann feiert sein 30-jähriges Jubiläum mit der Ausstellung OFFCUT/RECUT, die am Donnerstag, dem 3. September, im Officinet eröffnet wird. Dort präsentiert er eine Reihe von Möbeln und Schatullen, die aus einer langjährigen Auseinandersetzung mit dem Tischlerhandwerk hervorgegangen sind, bei der Holzreste und Abschnitte als Ausgangspunkt für neue Werke dienen.
Für Fenhann beginnt ein Möbelstück nicht mit einer fertigen Zeichnung, sondern im Spiel mit dem Material. Jedes Stück Holz birgt seine eigene Geschichte, Struktur, Maserung und Form – Eigenschaften, die zu aktiven Mitgestaltern im Designprozess werden. Anstatt das Material in eine vorab festgelegte Idee zu zwängen, entwickelt Fenhann die Werke im Dialog zwischen Hand, Auge und Material, der in neue und unbekannte Richtungen führt.

In einer Zeit, die von digitalen Werkzeugen und Designprozessen geprägt ist, verweist „OFFCUT/RECUT“ auf das Handwerk als eine besondere Form des Wissens. Das Wort „Kunst“ bedeutete ursprünglich „Können“, und genau dieses Verständnis – dass Erkenntnis auch durch die Hände entsteht – ist grundlegend für Fenhanns Praxis. Es lässt sich sowohl in europäischen Handwerkstraditionen als auch in der japanischen Holzbearbeitung nachverfolgen, die seit vielen Jahren eine wesentliche Inspirationsquelle darstellt.
Das Hauptwerk der Ausstellung ist ein Wunderkammer-Schrank, der aus Resten edler Holzarten aus der Werkstatt des italienischen Tischlers Pierluigi Ghianda in Mailand gefertigt wurde. Der Schrank versteht sich als moderne Interpretation der Tradition, in der die Geschichte der Materialien, die Vielfalt der Natur und die Geschichten des Handwerks aufeinandertreffen. Die Entstehung des Schranks kann auf Instagram unter @fenhannfurniture verfolgt werden.

Rasmus Fenhann schloss 2003 sein Studium an der Abteilung für Möbelgestaltung der Dänischen Designschule (heute Königliche Akademie) ab, nachdem er 1996 seine Ausbildung zum Möbelschreiner abgeschlossen hatte. Er hat international ausgestellt, vor allem in Europa und den USA, und seine Werke sind Teil bedeutender privater und öffentlicher Sammlungen, darunter die ständige Sammlung des Designmuseums Dänemark.
Fenhann wurde mit einer Reihe von Auszeichnungen geehrt, darunter die Hetsch-Silbermedaille (2004), den Finn-Juhl-Preis (2016), den Wegner-Preis (2020), den Kold-Christensen-Ehrenpreis (2022) und das Anerkennungsstipendium der Nationalbank (2025). Seit 2010 wird er international von der Galerie Maria Wettergren in Paris vertreten. (Pressetext aus dem Dänischen)
Anlässlich der Ausstellung erscheint der Katalog „OFFCUT/RECUT“, der die Werke und die dem Projekt zugrunde liegenden Arbeitsmethoden dokumentiert.
OFFICINET
Ausstellungsort der dänischen Kunsthandwerker und Designer
Bredgade 66
1260 København K
Öffnungszeiten: Dienstag–Freitag 12:00–18:00 Uhr, Donnerstag 12:00–20:00 Uhr, Samstag–Sonntag 12:00–16:00 Uhr
