„Tell these people who I am“ – kaum ein Satz bringt den künstlerischen Anspruch der berühmten Gestalterin Vally Wieselthier (1895−1945) prägnanter auf den Punkt. Radikal expressiv, selbstbewusst und ihrer Zeit weit voraus, sprengte sie die Grenzen der Gebrauchskeramik. Sie verstand sich als Bildhauerin, schuf Öfen, Brunnen, Wandfriese und beeindruckende Skulpturen, war aber auch als Textilkünstlerin und Gebrauchsgrafikerin erfolgreich.
Wieselthier war Schülerin von Josef Hoffmann und Michael Powolny an der Wiener Kunstgewerbeschule und gilt als prominenteste Vertreterin der ganz von Künstlerinnen geprägten Wiener-Werkstätte-Keramik. Ab 1927 leitete sie
die Produktionsstätte und entwickelte eine neue Form der Keramikskulptur von bis dahin unbekannter Expressivität. Die Ausstellung präsentiert bedeutende, teils noch nie gezeigte Objekte aus europäischen Sammlungen und aus Wieselthiers Nachlass in den USA. Mit dem Archiv der Wiener Werkstätte verfügt das MAK bereits über
einzigartige Quellen und Objekte zu ihrem Leben und Werk, die nun durch die Schenkung des gesamten Papier-Nachlasses substanziell bereichert werden. So lässt sich die künstlerische Entwicklung Wieselthiers in Europa und ihre bisher kaum bekannte Karriere in den USA nachvollziehen.
Mit der Ausstellung „VALLY WIESELTHIER: Bild und Ton„ rückt das MAK erstmals umfassend ihre Karriere in Europa und den Vereinigten Staaten ins Zentrum und zeigt anhand einer Auswahl von 160 Objekten ihre nachhaltige Wirkung auf die österreichische Kunstkeramik bis heute. (Pressetext)
Zentraler Raum MAK Design Lab
MAK, Stubenring 5, 1010 Wien
Öffnungszeiten: Di 10–21 Uhr, Mi bis So 10–18 Uhr

